AKW evakuiert, keine Schäden gemeldet
Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat in der Nacht auf Samstag die Region Fukushima erschüttert. Anschließend erreichte ein Tsunami in der Höhe von 30 Zentimetern die Küste, dieser sei um 3.07 Uhr (Ortszeit) eingetroffen, berichtete der Fernsehsender NHK. Die Bewohner an der Pazifikküste wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben.
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In der Atomruine Fukushima gibt es infolge des neuen starken Erdbebens nach Betreiberangaben keine Auffälligkeiten. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo nach dem neuerlichen Erdstoß unter Berufung auf den Betreiberkonzern TEPCO. Gleiches meldete der Betreiberkonzern Tohoku Electric vom heruntergefahrenen Atomkraftwerk Onagawa.
Keine Berichte über Schäden oder Verletzte
Berichte über mögliche Schäden entlang der Pazifikküste oder Verletzte gibt es bisher nicht. Eine zunächst ausgegebene Warnung vor einem bis zu einem Meter hohen Tsunami hob die meteorologische Behörde rund zwei Stunden nach dem Beben wieder auf. Das Zentrum des Bebens sei in zehn Kilometern Tiefe vor der Ostküste Japans gelegen, 300 bis 350 Kilometer von größeren Städten Japans entfernt wie Namie, Ofunato oder Yamoto. Tokio befinde sich 475 Kilometer entfernt.

APA/ORF.at
Die Behörden forderten die Bewohner mehrerer Ortschaften in der Provinz Iwate auf, sich wegen des erneuten Bebens in Sicherheit zu bringen, wie Kyodo meldete. Heftige Regenfälle haben den Boden in der Region stark aufgeweicht. Es könnte infolge von Erschütterungen zu Erdrutschen kommen. Auch die Bewohner in anderen Orten entlang der Pazifikküste wurden zur Wachsamkeit aufgefordert. Außerdem wurde vor weiteren Nachbeben gewarnt.
Neuer Taifun nähert sich
Unterdessen nähert sich der Taifun „Francisco“, der 27. Wirbelsturm der Saison, über das Meer. Mehr als 1.300 Bewohner auf der Insel Izu Oshima, 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Tokio, verbrachten die Nacht über in Schulen und anderen Notunterkünften. Die Behörden hatten alle rund 8.300 Bewohner der Insel aufgefordert, sich vor dem Taifun in Sicherheit zu bringen. Ein vorheriger Taifun hatte erst in der vergangenen Woche 31 Menschen auf der Insel in den Tod gerissen und Schäden verursacht.
Als Vorsichtsmaßnahme pumpten die Reparaturtrupps in der Atomruine Fukushima Auffangbecken für Tanks mit hochgradig strahlendem Wasser in unterirdische Zwischenlager ab. Der Taifun „Wipha“ hatte die Auffangbecken in der vergangenen Woche zum Überlaufen gebracht. Nach dem Erdbeben in der Nacht zum Samstag hatte der Betreiberkonzern TEPCO die an der Küste vor dem AKW beschäftigten Reparaturtrupps aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Da der Erdstoß jedoch mitten in der Nacht erfolgte, waren nur wenige Arbeiter betroffen.
Erinnerungen an März 2011
Am 11. März 2011 hatte ein noch stärkeres Erdbeben in Fukushima die weltweit schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl ausgelöst: Der Stoß mit der Stärke 9,0 und eine Flutwelle beschädigten das dortige Atomkraftwerk schwer. Knapp 16.000 Menschen bei Erdbeben und Flutwelle kamen ums Leben, etwa 2.650 gelten noch heute als vermisst.
Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört, Zehntausende Menschen mussten die radioaktiv verseuchte Region verlassen. Der Rückversicherer Munich Re sprach von der teuersten Naturkatastrophe aller Zeiten. Das Unternehmen schätzte den volkswirtschaftlichen Schaden auf 210 Milliarden US-Dollar (155 Mrd. Euro) - ohne die Folgen des Atomunglücks.
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