Themenüberblick

Amazon lockt mit Gratisversand

Die französische Nationalversammlung hat einstimmig für ein Gesetz zum Schutz von Buchhandlungen vor der Konkurrenz von Onlineversandhändlern wie Amazon gestimmt.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die Parlamentskammer votierte am Donnerstag für den Gesetzestext, der es Versandhändlern untersagt, heruntergesetzte Bücher kostenlos zu verschicken. Amazon kritisierte den Gesetzestext als „diskriminierend“ und schädlich für die Kaufkraft der Franzosen.

Die französische Regierung wirft insbesondere Amazon Dumping vor, weil der Onlinehändler die zulässigen Rabatte von fünf Prozent auf die durch die Buchpreisbindung festgelegten Preise mit einem kostenlosen Versand kombiniert. Traditionelle Buchhandlungen sehen das als unlauteren Wettbewerb an.

Von Konservativen eingereicht

Eingereicht wurde der Gesetzestext von der konservativen Opposition, die sozialistische Regierungsmehrheit fügte noch Änderungen hinzu. Die Nationalversammlung stimmte schließlich geschlossen für den Text, mit dem sich nun der Senat befassen wird.

Frankreichs Kulturministerin Aurelie Filippetti warf Amazon in der Parlamentsdebatte vor, französische Buchhandlungen mit einer „Strategie des Dumpings“ ausschalten zu wollen. „Wenn sie einmal in einer dominanten Position sind und unser Netz von Buchhandlungen zermalmt haben, können Sie wetten, dass sie die Versandkosten erhöhen werden.“ In Frankreich gibt es rund 3.500 Buchhandlungen, von denen zwischen 600 und 800 keiner Kette angehören.

Wiederholte Kritik

Filippetti hatte wiederholt Online-Branchenprimus Amazon attackiert - nicht nur wegen des kostenlosen Versands von Büchern, sondern auch wegen der praktizierten Steuervermeidung. Amazon zahlt in Frankreich kaum Steuern, weil der Konzern in Luxemburg einen Sitz hat.

Der US-Konzern kritisierte den am Donnerstag beschlossenen Gesetzestext zu den Versandkosten umgehend. „Jede Maßnahme zur Erhöhung der Buchpreise würde zunächst der Kaufkraft der Franzosen schaden und die Internetkunden diskriminieren“, erklärte Amazon. Leiden würden zudem kleine Verlage, die viele Bücher über das Internet verkaufen würden.

Links: