Hintergründe zum Wahlkampf
In einer losen Folge hat ORF.at akute wirtschafts- und gesellschaftspolitische Themen jenseits von Parteislogans beleuchtet. Hier können Sie diese sowie Hintergrundberichte zum Wahlkampf nachlesen.
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Die Psychologie der Wahlversprechen
Geld ist keines im Budgettopf, die Sparzwänge wurden von den Parteien jedoch eher unter den Tisch gekehrt - lieber machten die Spitzenkandidaten teils milliardenschwere Wahlversprechen mit oft recht vagen Gegenfinanzierungsvorstellungen. Trotzdem gilt laut dem Politologen Peter Filzmaier: Wahlversprechen wirken grundsätzlich. Er zog gegenüber ORF.at Parallelen zur Wirtschaftswissenschaft. „Wir kaufen nur etwas, von dem wir uns Nutzen versprechen, genauso stimmen wir nur für jemanden, der verspricht, was ich brauche“ - mehr dazu in Versprochen und gebrochen? (30. August).
Wählen in Zeiten der Dauerkrise
Im Wahlkampf dominierten vor allem konkrete, tagtäglich spürbare Probleme und Sorgen - etwa jene um den Arbeitsplatz und die hohen Wohnkosten. Eines der oft nur indirekt angesprochenen Themen war das bereits jahrelange Leben unter den Krisenvorzeichen. Auch wenn Österreich bisher vergleichsweise gut durch die Folgen der Finanzkrise kam, ist diese ständig präsent - mehr dazu in Gespenst, das über der Wahl schwebt (12. Juni).
Die Wohnmisere
Noch zu Beginn des Sommers hatte es so ausgesehen, als ob eines der Probleme, das besonders vielen Österreichern unter den Nägeln brennt - die dramatisch steigenden Wohnkosten - zu einem Bereich wird, bei dem sich die Parteien besonders stark zu profilieren und zu positionieren versuchen werden. In der heißen Phase des Wahlkampfs lief Wohnen oft nur noch unter „ferner liefen“. Dabei ist den Parteien der Handlungsbedarf schon lange bewusst - an der richtigen Rezeptur, um die galoppierenden Preise einzubremsen, scheiden sich jedoch die Geister, auch bei Experten - mehr dazu in Alle sehen Handlungsbedarf (29. Mai).
Jobs, Jobs, Jobs
Alle Parteien versprechen mehr Arbeitsplätze - die Wege dorthin sind allerdings höchst gegensätzlich. Faktum ist, dass die heimische mittelständische Wirtschaft derzeit gut aufgestellt ist, freilich gibt es Reformbedarf. Vor allem für die Regierungsparteien war der Spagat zwischen dem Präsentieren von Erreichtem und wahlkampfbedingtem Absetzen vom Koalitionspartner nicht immer einfach und sorgte teils auch parteiintern für Spannungen - mehr dazu in Der Wahlfaktor Wirtschaftskompetenz (25. August).
Das bewusste Missverständnis
Kaum eine Gruppe wurde auch in diesem Wahlkampf wieder so inbrünstig beworben wie der „Mittelstand“. Jede Partei will diesen entlasten und wirft dem politischen Gegner vor, den „Mittelstand“ (noch mehr) belasten zu wollen. Der Witz daran: Jede Partei versteht etwas anderes unter „Mittelstand“ - ein Missverständnis, das allen nützt - mehr dazu in Fast alle fühlen sich angesprochen (16. August).
Asyl: Suche nach Gerechtigkeit
Die Frage, wie man in Österreich vernünftig und menschenwürdig mit Asylwerbern umgeht, ist seit mehr als 20 Jahren eine innenpolitische Scheidelinie. Die Zwangsabschiebung von mehreren Flüchtlingen aus Pakistan, die zur Gruppe der „Votivkirchenflüchtlinge“ gehörten, hatte zum Auftakt der heißen Phase des Wahlkampfs für große Aufregung gesorgt. Worum es beim Thema Asyl wirklich geht und wo die Probleme liegen, wird dabei nicht ansatzweise diskutiert. ORF.at interviewte einen Asylwerber und einen Richter am Asylgerichtshof, um besser zu verstehen, worum es abseits politischer Parolen tatsächlich geht - mehr dazu in Ein Wahlkampfthema und sein Hintergrund (13. September).
Wer steht wofür?
Fast alle Parteien setzten auf emotionale Slogans - darüber und über wechselseitige Seitenhiebe und Angriffe gerieten manchmal die Inhalte und Ansagen in den Hintergrund. ORF.at befragte die Politologen Fritz Plasser und Peter Hajek zu den Kampagnen der sechs Parlamentsparteien und bietet einen Überblick über die Positionen der Parteien zu den großen Themen des Wahlkampfs - mehr dazu in Von „Millionärssteuer“ bis „Fair Tax“ (24. September).
Kein Wahlsieg ohne Frauenfaktor
Hunderttausende Erstwähler durch die erstmals auf österreichweiter Ebene zum Tragen kommende Senkung des Wahlalters auf 16, die vielen bis zuletzt Unentschlossenen, die Nichtwähler - es gibt zahlreiche Faktoren, die Wahlkampfstrategen bei ihren Kampagnen berücksichtigen mussten. Ein entscheidender Faktor sind die Frauen: Ohne einen satten Anteil an Wählerinnen ist kein Wahlerfolg möglich, vor allem, wenn man Erster werden will und auch das Überspringen der 30-Prozent-Marke anvisiert - mehr dazu in Wahl als Genderfrage (26. September).
Der Speckgürtel und die Kleinparteien
In Wien und dem umliegenden Speckgürtel entscheidet sich nach Überzeugung von Wahlforschern das Schicksal vor allem von Kleinparteien. Während Kleinparteien wie NEOS und BZÖ bei den urbanen Wählern auf Stimmen hoffen können, müssen ÖVP und SPÖ im Gegenzug um die gemeinsame Mehrheit zittern - mehr dazu in Kleinparteien als Zünglein an der Waage (27. September).
Das Comeback der Hausbesuche
Was für US-Präsident Barack Obama recht (und erfolgreich) ist, kann im Nationalratswahlkampf nur billig sein, dachten sich heuer unisono alle heimischen Parteien - und schickten ihre Funktionäre aus, um möglichst viele potenzielle Wähler direkt anzusprechen. Für den Politologen Peter Filzmaier sind Hausbesuche ein „absolut entscheidendes Wahlkampfelement“, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen - mehr dazu in Politik setzt auf direkten Kontakt (11. September).
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