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Straßenschlachten dauern an

Bei der Räumung der Protestlager der Islamisten in Kairo am Mittwoch sind laut BBC und al-Jazeera mindestens 15 Menschen getötet worden. Laut der oppositionellen Muslimbruderschaft sollen es über 300 Tote sein. Die Sicherheitskräfte berichten von zwei getöteten Polizisten. Zahlreiche Demonstranten und einige Polizisten wurden zudem verletzt.

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Die Demonstranten, die die Wiedereinsetzung des von der Armee abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi fordern, hätten das Feuer auf die Polizisten eröffnet, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Im Staatsfernsehen war zu sehen, wie Bulldozer von den Demonstranten errichtete Barrikaden zerstörten. Augenzeugen berichteten, die Polizei habe Tränengasgranaten und Gummigeschoße abgefeuert. Die Islamisten hätten Steine und Flaschen auf die Polizei geworfen. Reporter berichten zudem, einige Anhänger der Muslimbruderschaft hätten im Viertel Nasr-City auf Polizisten geschossen.

Polizisten in Kairo vor schwarzen Rauch

AP/Ahmed Gomaa

Dichter schwarzer Rauch steigt über dem Protestlager auf

Das Innenministerium ordnete die Einstellung des Zugsverkehrs in ganz Ägypten an. Damit soll nach Einschätzung von Beobachtern verhindert werden, dass sich Unterstützer aus der Provinz den Protestaktionen der Islamisten in Kairo anschließen.

Rauchwolken über besetztem Platz

Aktuell dauern die Straßenschlachten an. Auf Fernsehbildern von al-Jazeera ist dichter Rauch über dem besetzten Platz zu sehen. Hubschrauber kreisen über den Tausenden Demonstranten, die versuchen, die Lager aufrechtzuerhalten. Immer wieder sind auch Verletzte zu sehen. Polizisten bewachen reihenweise verhaftete Mursi-Anhänger. In den Straßen haben die Auseinandersetzungen Verwüstung hinterlassen.

Erster Platz unter Polizeikontrolle

Das Innenministerium teilte wenige Stunden nach Beginn der Operation mit, dass der kleinere der beiden Plätze, der Al-Nahda-Platz, „vollständig unter Kontrolle“ der Sicherheitskräfte stehe. Polizisten hätten die meisten Zelte auf dem Platz abgerissen, mehrere Anführer der Muslimbruderschaft seien festgenommen worden. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte der Nachrichtenagentur AFP zudem, dass mit Hilfe von Anrainern Dutzende Demonstranten festgenommen worden seien.

Verhaftete Mursi-Anhänger

APA/EPA/Ahmed Assadi

Die Sicherheitskräfte verhafteten zahlreiche Mursi-Anhänger

Unruhen dehnen sich auf weitere Städte aus

Die Polizei hatte Mittwochfrüh mit der Auflösung der Camps auf dem Rabia-al-Adawija-Platz und dem Al-Nahda-Platz begonnen. Dabei setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein. Die Übergangsregierung hatte der Polizei vergangene Woche grünes Licht für die Räumung der zwei Lager gegeben.

Die Muslimbrüder, denen der vom Militär entmachtete Mursi nahesteht, riefen die Ägypter dazu auf, „auf die Straße zu gehen, um dieses Massaker zu stoppen“. Wie al-Jazeera berichtete, seien zahlreiche Anhänger der Muslimbruderschaft dem Aufruf gefolgt. In Alexandria sei die Uferstraße von Islamisten blockiert worden. In der nördlichen Küstenstadt Marsa Matruh sei ein Verwaltungsgebäude von Mursi-Anhängern gestürmt worden. Ein Anrainer berichtete dem Nachrichtensender al-Arabija, Demonstranten hätten eine Geschäftsstraße im Kairoer Stadtteil Mohandisin blockiert. Auch in der Stadt al-Arisch sollen bewaffnete Islamisten mehrere Verwaltungsgebäude gestürmt haben.

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