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Aus „unterschiedlichsten Fachbereichen“

Am späten Montagnachmittag hat auch das Team Stronach (TS) seinen Bundeswahlvorschlag für die Nationalratswahl veröffentlicht. Per Aussendung freute sich Parteigründer und Listenerster Frank Stronach über „Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Fachbereichen“.

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Überraschungen blieben allerdings aus, da die prominenten Namen überwiegend von den Landeslisten bekannt waren. Wie bereits im Vorfeld durchgesickert war, kandidiert die frühere ORF-Generaldirektorin Monika Lindner auf Platz drei hinter Stronach und dessen Mitarbeiterin Kathrin Nachbaur.

ÖVP zu Lindner: „Jeder ist seines Glückes Schmied“

Die bisher als ÖVP-nahe geltende Lindner (68) war ab 2002 Generaldirektorin des ORF, sie war die erste Frau an der Spitze des Senders. Im August 2006 unterlag sie dann dem noch heute amtierenden Alexander Wrabetz, der in ihrer Amtszeit Kaufmännischer Direktor gewesen war. 2009 heuerte sie als Geschäftsführerin beim Außenwerber Epamedia an, der damals kurz zuvor von der Raiffeisen-Medienbeteiligungstochter Medicur übernommen worden war. Ende 2012 verließ sie das Unternehmen wieder, nachdem dieses an die slowakische Medienholding JOJ Media House verkauft worden war.

Die ÖVP hatte bereits am Wochenende heftige Kritik an der Kandidatur Lindners geübt. „Sie wird Stronach schaden, weil sie bei den Wählern genau so unbeliebt sein wird wie bei den ORF-Mitarbeitern. Es kennt sie auch keiner“, sagte Generalsekretär Hannes Rauch zum „Kurier“. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll kommentierte Lindners Politeinstieg beim Konkurrenten knapp: „Das muss sich jeder mit sich selbst ausmachen. Jeder ist seines Glückes Schmied“, so Pröll im „Kurier“.

Ex-Miss-World auf Platz sieben

Auf Platz fünf des TS findet sich mit Christoph Hagen ein Kandidat, der bereits bisher im Nationalrat vertreten war - bis zu seinem Wechsel in Stronachs Partei im Vorjahr für das BZÖ (und davor für die FPÖ). Vierter auf der Liste ist der Wirtschaftsanwalt Georg Vetter, Sechster der Arzt Franz Marcus. Die Ex-Miss-World Ulla Weigerstorfer, schon länger für Stronach tätig, ist Siebente, Team-Stronach-Pressesprecher Rouven Ertlschweiger Nummer acht.

„Kompetenz, Herz und Hausverstand“

„Ich bin stolz auf unsere Kandidaten“, wurde Stronach in der Aussendung zitiert. „Sie alle haben Kompetenz, Herz und Hausverstand. Mit ihnen werden wir Österreich positiv verändern.“

Bekannte Namen wie der Ex-Ö3-Moderator Hary Raithofer, der frühere ATV-Chef Tillmann Fuchs (nunmehr Mitarbeiter Stronachs), der frühere ORF-Landesdirektor Willy Haslitzer oder auch Max Edelbacher, einst Sicherheitsbürochef, finden sich im Bundeswahlvorschlag. Sie alle stehen auch auf diversen Landeslisten, die bereits im Juli fertiggestellt waren.

Erfolge bei Landtagswahlen

Frank Stronach (80) ist der wohl schillerndste Neuzugang in der politischen Landschaft Österreichs. Lange wurde lediglich gemunkelt über eine Stronach-Partei. Stronach angelte sich vor allem beim BZÖ politisches Personal und erlangte dadurch Klubstatus im Nationalrat

Außer in Tirol - wo parteiintern gestritten wurde - ging die Partei aus den Landtagswahlen des heurigen Jahres erfolgreich hervor. In Kärnten, Niederösterreich und Salzburg eroberte sie auf Anhieb den Landtag, sogar in die Regierung schaffte es die Partei: in Kärnten und Niederösterreich per Proporz und in Salzburg mittels Koalition mit ÖVP und Grünen. Den Wahlerfolgen - für die viel Geld in die Hand genommen wurde und wird - stehen allerdings teils chaotische Zustände in den Landesparteien gegenüber.

Als Wahlziel für den Nationalrat hat Klubchef Robert Lugar „15 Prozent und plus“ ausgegeben. Geld für den Wahlkampf gibt es genug, Stronach investiert laut Lugar 20 bis 30 Mio. Euro in sein Politikprojekt. Seit der Gründung beruft sich die Partei auf „Franks Werte“, Wahrheit, Transparenz und Fairness.

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