Kein baldiges Ende des Konflikts
Syriens Präsident Baschar al-Assad will den Aufstand gegen sein Regime mit eiserner Faust niederschlagen. „Es gibt keine Lösung im Umgang mit dem Terrorismus, außer ihn mit eiserner Faust zu schlagen“, sagte Assad während einer Rede vor ausgewählten Gästen in einem der Präsidentenpaläste am Sonntagabend.
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Als Terroristen beschreibt das Regime gewöhnlich die Aufständischen, die seit März 2011 für den Sturz der Regierung kämpfen. Trotz der jüngsten militärischen Erfolge seiner Truppen versprach Assad kein baldiges Ende des Konflikts. „Die alles dominierende Frage ist immer: Wann endet die Krise? Aber wir können nicht genau sagen, wann sie enden wird.“
Opposition „moralisch bankrott“
Über die Exilopposition sagte er: „Diese Leute vertreten nicht das syrische Volk, sie vertreten nicht einmal sich selbst, sondern nur diejenigen, die sie finanziell unterstützen und die ihnen sagen, was sie zu sagen und zu tun haben.“
Die vom Westen unterstützte oppositionelle Nationale Koalition bezeichnete Assad als moralisch bankrott und unpatriotisch. Ihre Mitglieder strebten nur nach Macht, änderten ständig ihre Positionen und erhielten Geld von den Golfstaaten. Die meisten Länder der Region, die sie anfangs unterstützten, hätten ihre Meinung nach zweieinhalb Jahren Krieg geändert, so Assad weiter.
HRW: Angriffe auf Wohngebiete unnötig
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft indes dem syrischen Militär vor, Wohngebiete ohne militärische Notwendigkeit mit Raketen zu beschießen. Die häufigen Raketenangriffe der Regimetruppen auf Wohngebiete hätten keinen ersichtlichen militärischen Grund und töteten eine große Zahl von Zivilisten. „Der Einsatz von ballistischen Raketen mit großen Sprengladungen hat in bewohnten Gebieten eine großflächige zerstörerische Wirkung.“
Zwischen Zivilisten und Kämpfern könne so kein Unterschied gemacht werden. „Das führt fast unweigerlich zu zivilen Opfern.“ Die Organisation untersuchte neun Raketenangriffe dieser Art, bei denen zwischen Februar und Juli dieses Jahres mindestens 215 Zivilisten getötet wurden, unter ihnen 100 Kinder.
Kaum Hoffnung auf internationale Konferenz
Eine von den USA, Russland und den Vereinten Nationen (UNO) angestrebte internationale Konferenz zur Lösung des Konflikts wird immer unwahrscheinlicher, zumal die Rebellen tief zerstritten sind und islamistische Kräfte unter ihnen einen immer größeren Einfluss erlangen. UNO-Diplomaten räumen ein, dass die ursprünglich für Juni angestrebte Konferenz in nächster Zukunft kaum stattfinden wird, wenn überhaupt.
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