Unfall forderte Dutzende Menschenleben
Nach dem verheerenden Zugsunglück in Kanada vor zweieinhalb Wochen hat das Verkehrsministerium die Sicherheitsbestimmungen für den Bahnverkehr verschärft. Die von der Verkehrssicherheitsbehörde geforderten Änderungen würden umgesetzt, teilte das Ministerium am Dienstag mit.
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So sollen künftig sämtliche Zugbremsen überprüft werden, auf wichtigen Verbindungen dürfen Züge nicht mehr unbeaufsichtigt gelassen werden, und der Umgang mit Gefahrgütern soll überarbeitet werden. Zudem dürfen Züge künftig nicht mehr von nur einem Lokführer gesteuert werden.
Rohölzug entgleiste in Kleinstadt
Ein mit Rohöl beladener Zug war in der Nacht zum 6. Juli führerlos durch die Kleinstadt Lac-Megantic gerast und entgleist. Mehrere Kesselwagen explodierten, wodurch ein Großbrand ausgelöst wurde. 47 Menschen kamen ums Leben. Der Chef des US-Bahnunternehmens The Montreal, Maine & Atlantic (MMA), dem der Unglückszug gehörte, machte den Lokführer verantwortlich, weil der die Handbremsen nicht ordnungsgemäß angezogen habe.
Der Lokführer habe zwar versichert, dass er zusätzlich zu den Handbremsen bei den Loks auch bei elf Waggons die Bremsen angezogen habe. Aber wenn das der Fall gewesen wäre, „dann hätten wir diesen Vorfall nicht gehabt“, so Edward Burkhardt. Der Angestellte sei vom Dienst suspendiert, gegen ihn werde ermittelt. „Ich denke nicht, dass er noch einmal für uns arbeiten wird“, sagte der Bahnmanager.
Hunderte Anwohner konnten erst nach mehr als einer Woche nach dem Unglück wieder in ihre Häuser zurückkehren. In der Gemeinde wurde der Notstand ausgerufen.