Ein Land im Freudentaumel
Nach wochenlangem Warten auf das „Royal Baby“ steht die Geburt des ersten Kindes von Prinz William und seiner Frau Kate unmittelbar bevor: Kate wurde am Montagmorgen von ihrem Mann auf die Entbindungsstation des Londoner St.-Mary-Krankenhauses gebracht.
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Kaum war die Nachricht von Kates Ankunft auf der Geburtsstation verkündet, brach vor dem Eingang ein Mediensturm los. Neben Hunderten Fotografen, Kameraleuten und Journalisten drängten sich auch mehr und mehr Schaulustige an den Absperrungen. Royal-Fans, die britische Flaggen schwenkten, versammelten sich vor der Klinik, um gemeinsam der Geburt des Royal Baby entgegenzufiebern.
„Auch wenn Kate zwei Tage lang in den Wehen liegt, bleibe ich da“, sagte John Loughry, der bereits seit sieben Tagen vor dem Krankenhaus campiert. Auch der britische Premierminister David Cameron drückte Kate und William die Daumen. „Ein sehr aufregendes Ereignis und das ganze Land fiebert mit ihnen. Alle hoffen das Beste“, erklärte Cameron.

Reuters/Luke MacGregor
Eingefleischte Royal-Fans können die Ankunft des Babys kaum noch erwarten
„Aufregung ist gigantisch“
„Die Aufregung hier ist gigantisch - obwohl es eigentlich nicht viel zu sagen gibt“, fasste ein BBC-Reporter die Lage zusammen. Doch Royal-Fans verfolgten die Nachrichtenlage wie einen Abenteuerfilm via Webcams vom Eingang der Klinik und Liveticker der Medien. Die Nachricht, dass Kate mit Wehen im Krankenhaus ist, sorgte am Montag auch für einen sprunghaften Anstieg an Twitter-Mitteilungen zum Thema.
Spekuliert wird nicht nur noch immer über Geschlecht, sondern auch über den Namen des künftigen Thronfolgers. In Wettbüros werden darüber seit Monaten Tipps abgegeben. Nun, kurz vor der Geburt, verzeichnen die Büros einen weiteren Ansturm. Bis der Name bekannt wird, könnte es jedoch noch etwas dauern.
Traditionelle Bekanntmachung - wohl ohne Name
Denn für die Bekanntgabe nach der Geburt haben sich William und Kate für eine traditionelle Variante entschieden. Sobald das Kind da ist und die britische Königin Elizabeth II. sowie Premierminister Cameron informiert sind, wird eine von den Ärzten unterzeichnete Mitteilung auf den Weg gebracht.

APA/EPA/Andy Rain
Pressemitarbeiter und Schaulustige belagern die Klinik in London
Das Schriftstück, auf dem das Geschlecht, aber vermutlich noch nicht der Name des Kindes stehen wird, soll mit einem Auto vom Krankenhaus zum Buckingham Palast geschickt werden. Dem Wagen könnten Kameras folgen. Das Papier wird auf eine Staffelei hinter dem Haupttor des Palastes gestellt. So war auch bereits die Geburt von William verkündet worden. Es wird erwartet, dass sich das Paar mit dem Neugeborenen auf der Treppe des Krankenhauses zeigt, sobald Kate entlassen wird und nach Hause zurückkehrt. Das könnte erst mehrere Tage nach Bekanntgabe der Geburt passieren.
Montagfrüh in die Klinik gefahren
Kate liegt seit Montagfrüh auf der Geburtsstation in einem Privatflügel der Londoner Klinik St. Mary’s Hospital. Gemeinsam mit ihrem Mann Prinz William traf sie dort gegen 6.00 Uhr Ortszeit (7.00 Uhr MESZ) ein. „Es läuft alles ganz normal“, sagte ein Sprecher des Palastes. In der Klinik ist auch der 31-jährige William, Sohn von Thronfolger Prinz Charles und Prinzessin Diana, zur Welt gekommen. Im St. Mary’s steht der 31-Jährigen ein Team aus Spezialisten zur Seite, darunter der Frauenarzt der Königin, Alan Farthing.

Reuters/Olivia Harris
Vor dem Buckingham Palace warten Schaulustige auf die Bekanntmachung
„Guardian“ bietet „Republican“-Version
Kates Ankunft auf der Entbindungsstation war am Montag in fast jedem britischen Medium ganz oben in den Schlagzeilen, auch auf Twitter war das Ereignis dominierendes Thema. Der „Guardian“ bot allerdings eine Alternative zu dem Baby-Hype. Auf der Internetseite der linksliberalen Zeitung konnten Anti-Monarchisten am Montag mit einem Klick von der „Royalist“-Variante mit den Baby-Nachrichten zur „Republican“-Version wechseln, auf der diese ganz fehlten.
Kate hatte sich seit Mitte Juni aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und Zeit bei ihren Eltern verbracht. Seit Tagen war mit der Ankündigung des Palastes gerechnet worden. Offiziell war nie ein genauer Geburtstermin genannt worden, es hatte lediglich geheißen, das Kind werde im Juli erwartet. Medien hatten über einen Termin Mitte Juli spekuliert. Das Baby wird unabhängig von seinem Geschlecht an die dritte Stelle der britischen Thronfolge rücken.
Vorzeigemitglied der Königsfamilie
Mit Herzogin Kate hat die britische Königsfamilie für ihre Öffentlichkeitsarbeit einen echten Volltreffer gelandet. Wo sie auftaucht, kämpfen Fotografen aus aller Welt um Bilder von ihr. Kritische Worte über sie sind selten zu lesen. Wenn, dann geht es oft um den Vorwurf, dass sie vor allem schweige und nur schön aussehe. Kate verleiht den lange angestaubt wirkenden Windsors sowohl Glamour als auch den Anschein von Bodenständigkeit. Ihr Sinn für Mode hat schon so manchen Trend ausgelöst, denn neben Designerkleidung trägt sie auch erschwingliche Kleidungsstücke von der Stange.
Kate ist zwar eine Bürgerliche, doch sie stammt aus privilegierten Verhältnissen. Dank des Vermögens ihrer Eltern, die einen Partyartikelversand betreiben, ist sie auf die besten und teuersten Schulen des Landes gegangen. Geboren wurde Catherine Elizabeth - genannt Kate - am 9. Jänner 1982 als ältestes Kind des Piloten und Geschäftsmannes Michael und der früheren Stewardess Carole Middleton. Sie hat eine Schwester, Pippa, und einen Bruder, James.
Als „Waity Katy“ verspottet
Kate wuchs in der englischen Grafschaft Berkshire auf. Als sie zwei Jahre alt war, ging die Familie nach Jordanien, wo der Vater zweieinhalb Jahre arbeitete. Nach ihrem Schulabschluss reiste Kate ein Jahr lang um die Welt und arbeitete bei Hilfsprojekten. Zum Studium der Kunstgeschichte zog sie 2001 nach Schottland an die renommierte St. Andrews Universität, wo sie William kennenlernte.
Im Frühjahr 2004 wurde Kate erstmals als Freundin des Prinzen gehandelt. Sie war nicht immer so beliebt wie heute. So wurde sie als „Waity Katy“ verspottet, weil der Prinz ihr trotz langer Beziehung keinen Heiratsantrag machte und sie keine berufliche Karriere anzustreben schien. Auch wurde ihre Familie von der Boulevardpresse verspottet, als sozialer Aufsteiger. Im April 2011 fand dann die Traumhochzeit statt. Seitdem absolvierte Kate sowohl zusammen mit William als auch alleine zahlreiche Reisen und öffentliche Auftritte.
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