Themenüberblick

Herausforderungen und Nachholbedarf

Ihren ganz eigenen Blick auf die am Dienstag vorgestellte OECD-Studie haben Interessenvertretungen und Parteien geäußert. Vor einer „Verharmlosung der Herausforderungen“ im Hochschulsektor warnt der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Heinrich Schmidinger, anlässlich der Präsentation des OECD-Berichts „Bildung auf einen Blick 2013“ in einer Aussendung.

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So sei beispielsweise die ausgewiesene Steigerung der jährlichen Ausgaben pro Student bzw. Absolvent „wenig aussagekräftig, solange aufgrund der ungenügenden Betreuung die Studiendauer nicht deutlich gesenkt werden kann“. Die in der Studie hervorgehobene Verbesserung des Betreuungsverhältnisses im Jahr 2011 gegenüber dem Jahr zuvor sei „viel zu gering, um gar als Durchbruch gewertet werden zu können“.

ÖH warnt vor Studiengebühren

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) wiederum warnt vor der von der OECD empfohlenen Ausweitung von Studiengebühren, auch ein Darlehenssystem sei kein Weg zur sozialen Absicherung. Es sei „gut so“, dass der private Anteil an den Bildungsausgaben in Österreich niedriger ist als in anderen Staaten, betonte der Vorsitzende Martin Schott (Fachschaftslisten, FLÖ). Immerhin trage jeder mit seinen Steuern zum staatlich finanzierten Bildungssystem bei.

ÖGB verlangt mehr Geld für Unis und FHs

Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske forderte einen leichteren Zugang zu Hochschulen für Absolventen einer Berufsausbildung. So solle etwa bereits erworbenes fachliches Wissen anerkannt werden. Ausbauen will Kaske die Studienbeihilfen sowie die Plätze an den Fachhochschulen (FH). ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser verlangt mehr Geld für FH und Unis, eine gänzliche Abschaffung der Studiengebühren, eine Reform der Studienbeihilfen sowie eigens für Berufstätige konzipierte Studienangebote.

IV sieht Aufholbedarf

Die Industriellenvereinigung (IV) sieht Österreich „vom Spitzenfeld der bildungsintensiven Länder und Topperformer noch immer ein großes Stück entfernt“. Trotz steigender Bildungsausgaben stagniere die Bildungsqualität, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. „Wir stehen zwar im internationalen Vergleich in puncto Klassengröße und Betreuungsverhältnis gut da, müssen jedoch mehr denn je auf Kreativität, Förderung von Innovation und eine hohe Ausbildungsintensität setzen.“

Grüne gegen „Lehrerbashing“

Für den grünen Bildungssprecher Harald Walser belegt die Studie „einmal mehr die soziale Ungerechtigkeit bei der Bildung im österreichischen Schulsystem“. Die Ergebnisse dürften „aber nicht zum beliebten Bashing für Lehrerinnen und Lehrer führen“. Zwar belege die Studie, dass heimische Lehrkräfte im internationalen Vergleich weniger Unterrichtsstunden haben und eher besser verdienen als ihre Kollegen in anderen Industriestaaten: „Das ist aber nur die halbe Wahrheit. In den Spitzenländern sind Lehrkräfte im Gegensatz zu Österreich deutlich entlastet und werden von Fachkräften unterstützt.“

BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner forderte „höhere Einstiegsgehälter für Junglehrer, eine flachere Gehaltskurve und ausreichend Arbeitsplätze für Lehrer an den Schulen“. Die sozialdemokratischen Gewerkschafter in der Pflichtschullehrergewerkschaft wiederum sehen die heimischen Pflichtschulpädagogen als „fleißiger als der OECD-Durchschnitt“ und wollen die Ergebnisse der Studie bei den Dienstrechtsverhandlungen berücksichtigen.

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