Themenüberblick

Vermurungen und Hangrutschungen

Für weite Teile Österreichs gilt am Sonntag eine Hochwasserwarnung. Starkregen sorgt derzeit vor allem in Tirol, Oberösterreich und Salzburg für massive Überflutungen, Vermurungen und Hangrutschungen. In Salzburg werden zwei Personen vermisst, die in Hochwasser führende Bäche gestürzt sind, meldet Ö3.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Ein Bauer stürzte in Taxenbach im Pinzgau mit seinem Traktor in einen Bach, als er gerade dabei war, eine Verklausung zu lösen. Er wurde von einem Murenabgang erfasst und mitgerissen. Zwei Schwestern im Pinzgau stürzten in ihrem Pkw ebenfalls in einen Bach. Beide junge Frauen konnten sich aus dem Auto befreien, eine Frau wurde aber von den Wassermassen mitgerissen. Teile des Pinzgaus wurden zum Katastrophengebiet erklärt. Auch in der Stadt Salzburg spitzt sich die Lage zu, die Salzach ist bereits über die Ufer getreten - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Hochwasser in Saalfelden

ORF.at

Saalfelden in Salzburg unter Wasser

Ganzer Ort in OÖ evakuiert

Auch in Oberösterreich sind die Feuerwehren im Dauergroßeinsatz. Der Bezirk Gmunden ist am meisten betroffen, die Gemeinde Obertraun komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Im Innviertel musste ein ganzer Ort evakuiert werden: Hunderte Bewohner von Ettenau bei Ostermiething (Bezirk Braunau) im Innviertel verließen ihre Häuser, da die Salzach über die Ufer getreten ist - mehr dazu in ooe.ORF.at.

Karte des evakuierten Ortes Ettenau in Oberösterreich

APA/ORF.at

Ettenau wurde evakuiert

Zivilschutzalarm in Tirol

Der massive Dauerregen löste in der Nacht auf Sonntag Überschwemmungen, Murenabgänge und Ausuferungen in Tirol aus. Besonders betroffen waren die Bezirke Kitzbühel und Kufstein. In der Gemeinde Kössen (Bezirk Kitzbühel) ist eine Siedlung mit etwa 200 Häusern gefährdet, bisher mussten 140 Personen ihre Häuser verlassen. In in St. Johann, Kössen und Waidring in Tirol herrscht Zivilschutzalarm - mehr dazu in tirol.ORF.at.

Ein Auto fährt auf einer überfluteten Straße an einem Feuerwehrauto vorbei

APA/Manfred Fesl

Überflutete Straße in Braunau in Oberösterreich

Alarm auch in der Steiermark

In der Steiermark ist vor allem das Ausseer Land betroffen. 400 Mann der Feuerwehren stehen seit den Morgenstunden im Bezirk Liezen in der Steiermark im Hochwassereinsatz. Die Enns und die Traun sind an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Keller müssen ausgepumpt werden - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Der Dauerregen hielt in Vorarlberg in der Nacht auf Sonntag die Feuerwehren weiter in Atem. Seit Samstagabend gab es 480 Einsätze. Keller, Garagen und Unterführungen waren auszupumpen. Landesweit gingen laut Rettungs- und Feuerwehrleitzentrale rund 20 Muren ab. Vor kurzem ging eine Mure im Schwarzwald in Vorarlberg ab - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

TV-Hinweis

ORF2 bringt um 13.00 Uhr eine Sondersendung zur aktuellen Hochwassersituation. Die Sendung ist auch im Livestream zu sehen.

Pegelstände in NÖ steigen deutlich an

Die aus Westösterreich Richtung Osten ziehenden starken Regenfälle werden die Pegel der Donau, Erlauf und Ybbs in Niederösterreich bis in die Abendstunden deutlich ansteigen lassen: „Wir rechnen nun mit einem 30-jährigem Hochwasser“, berichtete Franz Resperger, Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos, am Sonntagvormittag. Bei Kienstock in der Wachau könnte ein Wasserstand von über zehn Meter erreicht werden.

Grund zur Panik herrsche aber keine, denn derzeit würden sich Donau, Erlauf und Ybbs noch in ihren Flussbetten befinden. Zudem seien die Hochwasserschutzanlagen in der Wachau fertig errichtet: „Wir sind bis auf elf Meter gerüstet und haben auch noch eine Reserve von 25 Zentimetern“, teilte Resperger mit. Derzeit würde man aber nicht davon ausgehen, dass dieser zusätzliche Schutz notwendig werden würde, da die Meteorologen ein Abflauen der Regenfälle für Montag prognostiziert haben - mehr dazu in noe.ORF.at.

Zahlreiche Straßen gesperrt

Die anhaltenden Regenfälle führten in der Nacht auf Sonntag zu zahlreichen weiteren Straßensperren. Die Überschwemmungen zogen sich von Dornbirn über Saalfelden bis Grein an der Donau. Besonders viele wetterbedingte Sperren verzeichnete der ÖAMTC Sonntagfrüh in Vorarlberg, Salzburg und Oberösterreich.

Links: