Staatsanwalt will Umweltschaden klären
Die Staatsanwaltschaft der toskanischen Stadt Grosseto hat eine neue Untersuchung in Zusammenhang mit der Havarie des im Jänner 2012 verunglücken Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ in die Wege geleitet. Ermittelt wird wegen gravierender Umweltschäden, die nach dem Schiffsunglück vor der toskanischen Insel Giglio in einem Naturschutzgebiet entstanden sind.
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Ins Visier der Staatsanwaltschaft sind die sechs Angeklagten im Hauptverfahren rund um das Unglück des Schiffes geraten, das in Grosseto im Gange ist, wie italienische Medien Ende April weiter berichteten. Vom Umweltministerium wurden die Umweltschäden mit 11,5 Millionen Euro beziffert. Die Untersuchung stützt sich auf ein 44-seitiges Dossier des Umweltministeriums, in dem die gravierende Wasserverschmutzung in Zusammenhang mit der Katastrophe hervorgehoben wird.
Der italienische Staat verlangte eine Entschädigung von 37 Mio. Euro wegen der Havarie des Kreuzfahrtschiffes. Schadenersatz in Höhe von mindestens 80 Mio. Euro wird mittlerweile zudem von den rund 1.000 Bewohnern der Insel Giglio, vor der das Kreuzfahrtschiff auf Grund lief, gefordert. Die Gemeinde Giglio sieht ihre Zukunft als Touristenziel beeinträchtigt.
250 Nebenkläger zugelassen
Unterdessen ließen die zuständigen Behörden rund 250 Privatbeteiligte am Hauptverfahren zu. Zu ihnen zählt auch die Reederei Costa Crociere, die als Nebenklägerin Schadenersatz für den Verlust des Schiffes fordern will, wie italienische Medien berichteten. „Costa Crociere ist bereit, ihre Verantwortung zu übernehmen, wie die Entschädigungen bezeugen, die vom Großteil der Passagiere und Crewmitglieder angenommen wurden“, betonte die Reederei in einer Presseaussendung. Von den 4.229 Personen, die sich in der Nacht des Unglücks an Bord des Schiffes befanden, hätten 80 Prozent die angebotene Entschädigung angenommen. Zum Verfahren zugelassen wurden auch mehrere Gesellschaften und Umweltschutzorganisationen, darunter der Konsumentenschutzverband CODACONS.
Am 13. Jänner 2012 auf Grund gelaufen
Die „Costa Concordia“ hatte am 13. Jänner 2012 mit mehr als 4.200 Menschen an Bord einen Felsen vor Giglio gerammt und war auf Grund gelaufen. Dabei starben 32 Menschen. An Bord befanden sich 77 Österreicher. Costa Crociere erkannte seine Mitverantwortung an, da mehrere Angestellte des Unternehmens als Schuldige des Unglücks gelten. Costa Crociere gehört zum US-Kreuzfahrtriesen Carnival.
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