Wienerin nur leicht verletzt
Bei einem Vulkanausbruch auf den Philippinen sind fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter drei Deutsche. Unter den Verletzten befindet sich eine Österreicherin. Zum Zeitpunkt der Eruption am Dienstag seien bis zu 20 Bergsteiger und Führer auf den Hängen des Mayon unterwegs gewesen, sagte Katastrophenschutzchef Eduardo del Rosario.
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Der Veranstalter hatte die Bergtour für vier Deutsche und eine Österreicherin organisiert. Unter den Todesopfern seien drei seiner Gäste gewesen sowie ein einheimischer Bergführer. Die Österreicherin und sechs weitere Bergsteiger seien verletzt worden. Über das Schicksal der vierten Person aus seiner Gruppe wusste der Organisator zunächst nichts zu sagen. Die Polizei machte keine Angaben zur Identität der Toten.
„Überlebende hatten sehr viel Glück“
„Sie waren auf dem Weg nach unten, etwa einen halben Kilometer vom Gipfel entfernt“, berichtete Tourveranstalter Marti Calleja. „Die Gesteinsbrocken sind auf sie niedergegangen. Nach den Berichten, die wir bekommen haben, sind die Opfer von den Gesteinsbrocken erschlagen worden. Die, die überlebt haben, hatten sehr viel Glück.“
Laut Außenministerium handelt es sich bei der Österreicherin um eine 32-jährige Wienerin. Die Frau sei mit leichten Blessuren davongekommen. Sie sei bereits reisefähig und befinde sich auf dem Weg nach Manila. Die Wienerin stehe mit der österreichischen Botschaft in der Hauptstadt der Philippinen in Kontakt.
„Keine Alarmstufe verhängt“
Nach seinen Angaben gab es keinerlei Hinweis auf einen bevorstehenden Ausbruch des Vulkans. „Es war keine Alarmstufe verhängt“, sagte Calleja. Die Gruppe - zwei deutsche Frauen, zwei Männer, und die Österreicherin - seien aus Cebu zum Mayon gereist. „Sie wollten unbedingt auf den Gipfel“, sagte Calleja. „Die, die überlebt haben, hatten sehr viel Glück.“ Laut Augenzeugenberichten hatte der Mayon eine 500 Meter hohe Aschewolke ausgestoßen.

AP/ABS-CBN
Hunderte Meter hoch stieg die Säule aus Wasserdampf und Asche
Felsen „groß wie ein Wohnzimmer“
Die Bergsteiger seien womöglich an toxischen Gasen erstickt, meinte der Leiter des Büros für Zivilverteidigung. Ein Bergführer schilderte dagegen dem TV-Netzwerk ABS-CBN am Telefon vom Lager nahe dem Vulkankrater, dass die toten Bergsteiger von riesigen Felsbrocken getroffen worden seien. Einige der Verletzten befinden sich laut offiziellen Angaben in kritischem Zustand. Der Bergführer sagte, er habe zu jener Gruppe gehört, die die Nacht auf dem pittoresken Berg verbracht habe, der für seine fast perfekte Kegelform bekannt ist. In der Früh sei der Vulkan plötzlich zum Leben erwacht, und Felsen „so groß wie ein Wohnzimmer“ seien heruntergefallen. Er sei zum Basislager zurückgeeilt, um Hilfe zu holen.
Kein neues Magma
Der Leiter des philippinischen Erdbebeninstituts, Renato Solidum, sagte, solche Eruptionen seien normal für den Vulkan, der in den letzten 400 Jahren rund 40 Ausbrüche verzeichnete. Es handle sich dabei um eine hydrothermale Explosion. Die Dampfsäule habe zwar eine graue Farbe gehabt, trotzdem habe sie fast ausschließlich aus Wasser bestanden. Derzeit gebe es kein neues Magma. Der Wasserdampf habe alte Asche aus dem Krater hinausgeblasen.
Der Mayon ist der aktivste Vulkan auf den Philippinen. Er brach zuletzt Ende 2009 aus. Der Mayon liegt rund 330 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila. Im Jahr 1814 starben mehr als 1.200 Menschen, als ein Lavastrom die Stadt Cagsawa nahe dem Vulkan unter sich begrub. Im Dezember 2009 mussten Zehntausende Bewohner aus umliegenden Dörfern wegen starker Eruptionen fliehen. Die Philippinen gehören zum Pazifischen Feuerring mit besonders starker vulkanischer Aktivität.
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