UNO fordert Zugang für Chemiewaffenexperten in Syrien
Angesichts neuer Hinweise auf einen möglichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon das Regime in Damaskus erneut aufgerufen, ein Expertenteam der Vereinten Nationen ins Land zu lassen. Die syrischen Behörden sollten den Waffenexperten „vollen und uneingeschränkten Zugang“ gewähren, sagte Ban nach Angaben seines Sprechers gestern in New York.
Zu den neuen US-Erkenntnissen, laut denen es konkrete Hinweise auf einen Chemiewaffeneinsatz durch die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad geben soll, wollte sich Ban nicht direkt äußern. Die Vereinten Nationen seien nicht in der Position, Bewertungen zu kommentieren, deren Grundlage Informationen nationaler Geheimdienste seien, hieß es. Man halte diesbezüglich aber Kontakt zu den US-Behörden.
Obama zurückhaltend
US-Präsident Barack Obama reagierte zurückhaltend auf die Geheimdiensterkenntnisse. Noch fehle der endgültige Beweis, dass die syrische Regierung ihre Gegner mit dem Nervengas Sarin angegriffen habe, so das Präsidialamt in Washington. „Die Beweiskette ist nicht eindeutig“, begründete ein US-Regierungsvertreter die Zurückhaltung des Staatschefs.
Obama hatte Assad mit nicht näher beschriebenen Konsequenzen gedroht, falls er die „rote Linie“ überschreite und chemische Waffen einsetze. Die USA haben sich Forderungen nach einem direkten Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg bisher verweigert.
Auch Großbritannien wolle nicht voreilig reagieren, so der britische Premierminister David Cameron gegenüber der BBC. Die Situation sei aber „extrem ernst“. Zudem ist Cameron der Meinung, dass die internationale Gemeinschaft mehr tun müsse.
Israel rät zu militärischem Eingreifen
Israel riet den USA, ein militärisches Eingreifen in Syrien zu erwägen. Die ganze Welt beobachte die Entwicklung im Nachbarland, sagte der stellvertretende Außenminister Zeev Elkin im Armeerundfunk. „Wir hier fragen uns, ob sie hinter der selbst gezogenen roten Linie stehen.“ Israel hat ein militärisches Vorgehen gegen Syrien nicht ausgeschlossen, würde jedoch ein Vorangehen der USA begrüßen.