Themenüberblick

Schäden an Riff werden geprüft

Der letzte Teil des auf ein geschütztes Korallenriff aufgelaufenen US-Kriegsschiffs „USS Guardian“ ist auf den Philippinen geborgen worden. Das noch fehlende Stück des Rumpfes des Minenräumers sei am Samstag gehoben worden, sagte Mark Matthews, der Chef des Bergungsteams der US-Navy.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Um die Bergung zu erleichtern, war das Schiff zerlegt worden. Der fast 70 Meter lange Minenräumer war am 17. Jänner auf das Riff 130 Kilometer vor der Küste von Palawan aufgelaufen. Die Korallen liegen im Tubbataha-Nationalpark. Das von der UNO-Kulturorganisation UNESCO als Weltnaturerbe anerkannte Meeresschutzgebiet ist das größte der Philippinen. Ein gemeinsames Team der USA und der Philippinen werde nun beginnen, den Zustand des Riffs zu prüfen, sagte Matthews. Nach Angaben der philippinischen Behörden sind bis zu 4.000 Quadratmeter beschädigt.

Bergung des auf ein Korallenriff aufgelaufenen US-Kriegsschiffs "USS Guardian"

APA/AP/Philippine Coast Guard

Der letzte Teil vor der Bergung

Spektakuläres Tauchgebiet

Die US-Navy und der amerikanische Botschafter in Manila hatten sich für das Unglück entschuldigt. Die Havarie hatte auf den Philippinen Unmut ausgelöst. Der marine Nationalpark gehört zu den spektakulärsten Tauchgebieten der Erde. Die beiden Korallenatolle sind die Heimat einer Vielfalt an Lebewesen, darunter etwa 600 Fischarten, 360 Korallenarten, elf verschiedene Haiarten, 13 Delfin- und Walarten und mehr als 100 Vogelarten.

Bergung des auf ein Korallenriff aufgelaufenen US-Kriegsschiffs "USS Guardian"

APA/AP/Philippine Coast Guard

Die Teile des zerschnittenen Schiffes sind riesig

Bergung per Kran wurde verworfen

US-Experten hatten zuvor alle möglichen Alternativen unter die Lupe genommen, sagte der Sprecher der Pazifikflotte Anthony Falvo der Onlineausgabe des Militärmagazins „Stars and Stripes“ Ende Jänner. Die einzige vertretbare Lösung sei, das immerhin 1.300 Tonnen schwere kaputte Schiff zu zerlegen und in Teilen abzutransportieren. Der ursprüngliche Plan, den Minenräumer mit Kränen zu heben und dann abzuschleppen, wurde verworfen, das Schiff hatte zu großen Schaden genommen.

Bergung des auf ein Korallenriff aufgelaufenen US-Kriegsschiffs "USS Guardian"

US Navy

Die Arbeiten am Beginn

Zuvor Diesel und Gefahrenstoffe entfernt

Gegenüber CNN sagte Falvo, ein ähnliches Manöver habe zuletzt 1971 stattgefunden, als das Versorgungsschiff „USS Regulus“ nach einem Taifun in der Nähe von Hongkong auf Grund gelaufen sei. Damals habe das Zerlegen rund einen Monat gedauert. Ansonsten habe man zuvor nur 1916 ein Schiff auf offener See zerlegen müssen.

Umweltgefährdende Stoffe wurden bereits vor dem Zerlegen aus dem Schiff entfernt. Demnach wurden rund 57.000 Liter Diesel abgepumpt. Auch über 2.500 Liter Schmieröl, Farbe und Lösungsmittel seien vom Schiff gebracht worden, hieß es vor der Demontage vonseiten der Navy.

Kriegsschiff USS Guardian

APA/EPA/U.S. Navy/AW3 Geoffrey Trudell

Die havarierte „USS Guardian“ hatte 79 Crew-Mitglieder an Bord - verletzt wurde niemand

Nur noch Schrott?

Ob man Teile des zerlegten Schiffes wieder verwenden kann, scheint noch unklar. Im schlimmsten Fall ist der in der Herstellung 61 Millionen teure Minenräumer nur noch Schrott. Die „USS Guardian“ war Teil der insgesamt aus 14 Schiffen bestehenden Avenger-Klasse und seit 23 Jahren im Einsatz. Einige Jahre hätte sie noch weiterverwendet werden sollen, vor allem weil es bei der Nachfolgegeneration der Minenräumer, den Littoral Combat Ships, Probleme bei der Produktion gibt.

US-Marine macht Navigationskarten verantwortlich

Wieso das Schiff überhaupt in dem Gebiet war, darüber herrschen unterschiedliche Angaben. Nach philippinischen Angaben ignorierte die Crew eine Warnung der Küstenwache, dass sie auf ein geschütztes Gebiet zusteuerte. Die Crew des Minenräumers habe die Kontaktversuche abgewehrt und empfohlen, stattdessen die US-Botschaft anzurufen. Die US-Marine entschuldigte sich, argwöhnte aber, dass die Navigationskarten ungenau waren. Das Riff sei neun Meilen entfernt eingezeichnet gewesen.

Links: