Themenüberblick

Künstler und Wissenschaftler

Die Initiatoren des „Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien“ werden durch ein Personenkomitee unterstützt. Neben der Grünen Daniela Musiol unterstützen vor allem Künstler und Wissenschaftler die Forderung nach klarer Trennung von Staat und Religion.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

So befinden sich in dem Personenkomitee etwa der Autor Thomas Glavinic, die Kabarettisten Günther Paal, Joesi Prokopetz und Dirk Stermann sowie Burgschauspieler Cornelius Obonya. „Wer (...) sich auf Geister irgendwelcher Art beruft, hat die Konsequenzen zu tragen, nicht für voll genommen zu werden“, begründet etwa Paal sein Engagement für die Laizismus-Initiative. Weiters im Personenkomitee sind unter anderem die Molekularbiologin Renee Schroeder, die Künstlerin Christina Zurbrügg, der Kabarettist Leo Lukas sowie der Schriftsteller und Religionskritiker Karlheinz Deschner.

„Hunderte Jahre der Unterdrückung und Packelei“

„Wir freuen uns über so viel Zustimmung, diese wird täglich mehr“, sagte der Mitinitiator des Volksbegehrens, Christian Fiala, anlässlich der Vorstellung des Personenkomittees zur APA. „Eines haben wir schon jetzt erreicht: Nach Hunderten Jahren der Unterdrückung und kirchlichen Packelei mit den Mächtigen stehen die Menschen nun gegen religiöse Bevormundung und Kirchenprivilegien auf." Das Volksbegehren könne der Anfang einer historischen Bürgerbewegung werden.

Zahlreiche Anliegen

Die Eintragungswoche findet von 15. bis 22. April statt. Die Initiatoren des Volksbegehrens haben unterschiedliche Anliegen in die Fragestellung gepackt. Die Initiative tritt etwa für die Auflösung des Konkordats und die Streichung sämtlicher staatlicher Förderungen für Religionsgemeinschaften ein. Die Trennung von Kirche und Staat soll schärfer werden, indem etwa Bildungseinrichtungen von Religionsgemeinschaften nicht mehr gefördert werden. Aber auch eine staatliche Missbrauchskommission findet sich unter den Forderungen.

„Kardinalsschlitten“ tourt durch Österreich

Das Volksbegehren startete zu Beginn der vorigen Woche offiziell in den „Wahlkampf“. Mittelpunkt einer Tour durch Österreich ist ein „Kardinalsschlitten“, der auf die angebliche Vertuschung von Missbrauchsfällen innerhalb der Kirche aufmerksam machen soll. Bei der Veranstaltung in Wien waren auch Vertreter des Personenkomitees anwesend, wie etwa der Kabarettist Leo Lukas.

Das überdimensional große Gefährt, das laut Veranstalter „Kardinalsschlitten“ heißen soll, stellt eine Plastik eines Geistlichen dar, der unter seinem Umhang mehrere Aktenordner mit Missbrauchsfällen - so die Aufschrift - versteckt. Rund 250 geladene Besucher sollen laut Veranstalter zum Auftakt in die Wiener Innenstadt gekommen sein. Niko Alm, einer der Initiatoren des Volksbegehrens, meinte, unabhängig davon, ob man Mitglied einer Kirche sei oder nicht - „wir alle zahlen Kirchensteuer“.

Link: