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Säbelrasseln im Südatlantik

Im Streit über die Zugehörigkeit zu Großbritannien stimmt die Bevölkerung der Falkland-Inseln zwei Tage lang über ihre Zukunft ab. Umfragen deuten darauf hin, dass die rund 1.500 wahlberechtigten Inselbewohner für eine Beibehaltung des Status Quo votieren werden. 30 Jahren nach dem letzten Falkland-Krieg könnte das den noch immer schwelenden Streit neu befeuern.

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Den rund 3.000 Bewohnern der kleinen Inselgruppe im Südatlantik stehen aufregende Tage bevor. Seit der letzten blutigen Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und Argentinien um die großteils unbewohnte Inselgruppe vor 30 Jahren, ist die Stimmung wieder aufgeheizt. Damals musste Argentinien eine demütigende Niederlage hinnehmen, und auch bei der Abstimmung dürfte kaum jemand für das südamerikanische Land stimmen. Doch so schnell will sich die Regierung in Buenos Aires nicht geschlagen geben.

Argentinischer Kriegsveteran mit Flagge

APA/EPA/Felipe Trueba

Ein Veteran mit argentinischer Flagge - er ist auf der Insel deutlich in der Minderheit

„Es wird ein sehr deutliches Ergebnis werden“, sagt Jan Cheek, Mitglied im achtköpfigen falkländischen Parlament und damit Begründerin des Referendums, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Familie der 68-Jährigen lebt in sechster Generation auf den Inseln, die mit ihren Pubs, roten Briefkästen und Linksverkehr durch und durch britisch ist.

Seit 1833 befinden sich die 400 Kilometer vom argentinischen Festland entfernten Falkland-Inseln oder Islas Malvinas unter Kontrolle Großbritanniens, nachdem die britische Kolonialmacht die Vertreter der argentinischen Behörden vertrieben hatte. Doch auch 200 Jahre später ist der Streit noch lange nicht beigelegt. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez Kirchner brachte im Sommer 2012 Klage vor den Vereinten Nationen (UNO) ein. Argentinien fordert mit Berufung auf eine Resolution von 1965 bilaterale Gespräche mit den Briten.

Karte der Falkland-Inseln

APA/ORF.at

Auf den Falkland-Inseln leben nur rund 3.000 Menschen

Zuletzt scheiterten Gespräche zwischen den beiden Nationen im Jänner, weil auch Vertreter der Falkland-Regierung an dem Treffen teilnehmen sollten. In einem offenen Brief bedauert der argentinische Außenminister Hector Timerman, dass der britische Außenminister William Hague nicht ohne die „Überwachung“ der Falkländer mit ihm sprechen könne.

Für Militäreinsatz fehlt Argentinien das Geld

Argentinien ist für die Falkländer ein rotes Tuch. Buenos Aires tut aber auch alles, um den Inselbewohnern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Die Inselregierung beschwert sich regelmäßig darüber, dass die Argentinier die Fangquoten in den Gewässern zwischen beiden Gebieten nicht einhalten. Eine Hafenblockade machte die Belieferung der Inseln mit frischen Nahrungsmitteln schwieriger, zeitweise ging in den Geschäften das Obst aus.

Auf der anderen Seite investiert Großbritannien jährlich rund 200 Millionen in das abgeschiedene Eiland, vor allem um den Militärstützpunkt in Port Stanley am Laufen zu halten. Zurzeit ist das Kriegsschiff „Argyll“ von Großbritannien aus auf dem Weg in den Südatlantik. Argentinien wirft London die Verletzung internationaler Verträge vor, weil es auch atomwaffenfähige U-Boote in den Gewässern um die Falkland-Inseln manövrieren lässt.

Pinguine und ein Schiff der britischen Royal Navy im Hintergrund

APA/EPA/Lieutenant Owen Newton

Ein britisches Kriegsschiff vor der Küste der Falkland-Inseln

Eine neue militärische Auseinandersetzung gilt derzeit dennoch als ausgeschlossen. Die Regierung Kirchner hat das nicht nur mehrfach betont - die Armee des von Inflation und Überschuldung geplagten Landes wäre dazu derzeit gar nicht in der Lage. Dennoch kommen aus Argentinien immer wieder Giftpfeile. „Auf Initiative von Briten werden britische Bürger befragt, ob sie britisch bleiben wollen“, sagte Timerman jüngst. Die argentinische Botschafterin in London, Alicia Castro, betonte vor wenigen Tagen, das Referendum auf den Falkland-Inseln habe aus Sicht des internationalen Rechts keinerlei Bedeutung.

Jeder will ein Stück vom Öl-Kuchen

Hinter der aggressiven Rhetorik will Buenos Aires nicht nur von eigenen Problemen ablenken. Vor den Falkland-Inseln wurde seit 2010 eine beträchtliche Menge Erdöl und Erdgaskondensat gefunden - seitdem sind die Forderungen deutlich lauter geworden. Die falkländische Regierung will 2017 mit den Förderungen beginnen. Das könnte die gesamte Wirtschaft der Insel völlig verändern, bisher lebten die Bewohner vor allem von Fischfang und Tourismus.

Doch derzeit teilen sich nur die Briten untereinander den Kuchen auf. Der britische Konzern Premier Oil zahlte der britischen Bohrfirma Rockhoppers knapp eine Milliarde US-Dollar für den Einstieg ins Falkland-Geschäft. Rockhoppers hatte 2010 das Ölfeld Sea Lion im Norden der Inselgruppe gefunden. Inzwischen wurde auch im Süden Öl entdeckt. Die Bohrfirma Borders and Southerns - ebenfalls mit Sitz in Großbritannien - geht allein dort von einem ausbeutbarem Vorkommen von mehr als 200 Millionen Barrel (je 159 Liter) aus.

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