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Umstrittener Krieg von Thatcher

„Gotcha!“ („Wir haben Euch gekriegt!“): So lautete vor 30 Jahren die Schlagzeile der britischen Boulevardzeitung „The Sun“. Am 14. Juni 1982 zwang Großbritannien die letzte argentinische Garnison auf den Falklands zur Kapitulation und eroberte die Inselgruppe im Südatlantik zurück.

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Der Sieg nach 72 Kriegstagen galt angesichts der großen Entfernung zum Einsatzgebiet als logistische Meisterleistung der Briten und wurde zum Triumph für die damalige Premierministerin Margaret Thatcher.

„Freuen Sie sich doch!“, rief Thatcher den sie umlagernden Journalisten zu, nachdem die Siegesnachricht in London eingetroffen war. Doch nicht alle Briten jubelten mit der „Eisernen Lady“. Immerhin waren dem Krieg fast 1.000 Menschen zum Opfer gefallen - mehr als 250 Briten und fast 700 Argentinier. Kritiker betonten, dass der Militäreinsatz vermeidbar gewesen wäre, wenn Großbritannien die Vorbereitungen für die argentinische Invasion früher erkannt und auf diplomatischem Wege darauf reagiert hätte.

Davor von Spanien und Frankreich kolonialisiert

Im Dezember 1981 putschte sich General Leopoldo Galtieri in Buenos Aires an die Macht und versprach seinen Landsleuten umgehend die Rückeroberung der Malvinas, wie die Argentinier die Falkland-Inseln nennen. Diese gehören seit 1833 zu Großbritannien, zuvor hatten auch Frankreich und Spanien dort Kolonien.

Bewaffneter britischer Soldat mit argentinischen Kriegsgefangenen

AP/Martin Cleaver

In Argentinien führte der Ausgang des Krieges zum Sturz der Militärjunta und zur Wiederherstellung des demokratischen Systems

Der 1816 gegründete argentinische Staat beanspruchte die vor seiner Küste gelegenen Inseln stets für sich und bezeichnete sich als rechtmäßigen Erben des früheren spanischen Anteils. Das wurde völkerrechtlich aber nie anerkannt.

Kurzer, aber blutiger Krieg

Mitte März 1982 entsandte Galtieri zunächst Soldaten auf das 1.000 Kilometer südöstlich der Falklands gelegene britische Eiland Südgeorgien. In der Nacht auf 2. April landeten dann die ersten Argentinier auf den Falkland-Inseln. Am 5. April lief die britische Kriegsflotte in den Südatlantik aus, Kampfflugzeuge setzten sich zur Insel Ascension nahe des Äquators in Bewegung. Bereits am 25. April eroberten die Briten Südgeorgien zurück. Die Schlacht um die Falklands endete, als der argentinische Kommandant Mario Menendez am 14. Juni einem bedingungslosen Waffenstillstand zustimmte.

Thatcher von Bewohnern gefeiert

Premierministerin Thatcher hätte sich keinen besseren Ausgang wünschen können. Vor dem Krieg galt ihre 1979 ins Amt gekommene Regierung als angeschlagen, es wurde sogar über eine Palastrevolte gegen die Parteichefin der Konservativen spekuliert. Nach dem Sieg über Argentinien gelang ihr im folgenden Jahr die Wiederwahl mit einer deutlich gestiegenen Mandatsmehrheit. Für die rund 3.000 Bewohner der Falklands, die sich stets zu Großbritannien bekannt haben, gilt Thatcher noch heute uneingeschränkt als Heldin.

In Argentinien wiederum führte die Niederlage zum Sturz Galtieris und schließlich zu demokratischen Wahlen, bei denen 1983 wieder eine Zivilregierung ins Amt kam. 1990 nahm Präsident Carlos Menem auch wieder diplomatische Beziehungen zu Großbritannien auf. Später wurde die damalige Besetzung der Inseln insbesondere unter dem linksgerichteten Anhängern des Ex-Präsidenten Nestor Kirchner als schwerer Fehler gewertet. Gleichwohl trifft der Spruch „Die Malvinas gehören uns“ auf die Zustimmung aller politischen Lager.

Die britische Regierung lehnte bisher trotz UNO-Aufforderung Verhandlungen mit Argentinien mit der Begründung strikt ab, dass die Inselbewohner keine solchen Gespräche wünschten. Strategisch sind die Falklands nur von geringem Wert.

Annedore Smith, AP

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