Schwieriger Neustart nach De-facto-Pleite
In den USA werden Gespräche über eine Fusion von American Airlines (AA) und US Airways offenbar konkreter. Das „Wall Street Journal“ („WSJ“) berichtete am Donnerstag von fortgeschrittenen Verhandlungen. Die AA, die seit 2011 in einem Sanierungsverfahren stecken, gelten schon länger als Übernahmekandidat, wollten sich bisher allerdings eher alleine aus dem Schlamassel retten.
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Nun stünden der Eigentümer der AA, die AMR Holding mit Sitz in Fort Worth (Texas), und US Airways kurz vor Abschluss ihrer Verhandlungen, so das „WSJ“. Gelingt der Deal, würde damit ein neuer Gigant der Passagierluftfahrt entstehen. Beide Gesellschaften würden einen Marktwert von rund zehn Mrd. Dollar (rund 7,4 Mrd. Euro) erreichen.
Sanierung nach „Chapter 11“
Gemessen am Passagiervolumen würde die neue Airline laut „WSJ“ auch die derzeitige weltweite Nummer eins, die United Continental Holdings (UAL) in den Schatten stellen. Die UAL entstand 2010 aus einem Zusammenschluss der beiden US-Airlines United Airlines und Continental Airlines. Zur AMR Holding gehören neben der AA auch die TWA und die Regionalfluglinie American Eagle Airlines.
Für die AA wäre die Fusion mit US Airways eine Möglichkeit zur Sanierung. Nachdem die Fluglinie ab 2008 in schwere finanzielle Turbulenzen geraten war, beantragte die AMR Holding schließlich im November 2011 Gläubigerschutz nach Paragraf elf des US-Insolvenzrechts („Chapter-11-Verfahren“). Zu diesem Zeitpunkt war die AA die weltweit drittgrößte Fluglinie. Ende 2011 musste sich die Gesellschaft nach 72 Jahren auch von der Börse verabschieden.
Immer wieder Übernahmegerüchte
Seither waren immer wieder Übernahmegerüchte kursiert. Als Interessenten wurden Delta Airlines (nach Passagieraufkommen derzeit die globale Nummer zwei), aber auch Finanzinvestoren - und eben US Airways gehandelt.
Nun seien die Gespräche mit US Airways zwar schon recht weit gediehen, zentrale Fragen wie Eigentümerstruktur und personelle Zusammensetzung des Managements aber noch offen. Die Verhandlungen zwischen den Vorstandsvorsitzenden von AMR und AA, Tom Horton und Doug Parker, und einem „kleinen Kreis von Beratern“ könnten folglich „noch einige Wochen“ dauern, so das „WSJ“. Nach bisherigem Stand würde US Airways knapp 30 Prozent der AA-Anteile übernehmen. Parker würde die neue Airline führen, die weitere Rolle von AA-Chef Horton sei noch nicht klar. „Einflussreiche Eigentümer“ der AA würden den Deal auf jeden Fall befürworten.
Auch Gläubiger hoffen auf Happy End
Vor allem auch Gläubiger der AA sähen dadurch ihre Chancen steigen, Geld zu sehen, so das „WSJ“. Die beiden Fluggesellschaften selbst versprächen sich durch Synergieeffekte ein bedeutendes Einsparungspotenzial im laufenden Betrieb. Die AA hatte mehrfach die hohen Treibstoffkosten und den großen Konkurrenzdruck für ihre wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht. Die US Airways bezifferten das zusätzliche Einnahmen- bzw. Einsparungspotenzial laut „WSJ“ mit bis zu 1,2 Mrd. Dollar (fast 900 Mio. Euro). Die AA setzten ihre Erwartungen etwas darunter an.
Konsolidierungswelle rollt
Eine Fusion wäre auf jeden Fall der richtige Weg aus der Misere der AA, zitierte das „WSJ“ John Thomas von internationalen Strategieberatungsunternehmen L.E.K. Consulting. Endresultat des Konsolidierungsprozesses auf dem US-Markt wären „vier gesunde Fluglinien mit den richtigen Kapazitäten“ - „vier große Player in einem sehr erfolgreichen Umfeld“.
Den Anfang hatten 2008 Delta und Northwest Airlines (unter der Marke Delta) gemacht, im Herbst 2010 übernahmen die United Airlines Continental per Aktientausch, die Billigfluglinie Southwest Airlines ihren Konkurrenten AirTran.
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