ECOWAS-Truppe wird aufgestockt
Nach der wichtigen Stadt Gao haben die Truppen Malis und Frankreichs auch den historische Wüstenort Timbuktu eingenommen. Seit der Nacht auf Montag befinde sich die Stadt unter Kontrolle der alliierten Streitkräfte, meldeten die Regierungen Frankreichs und Malis.
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Den Flughafen habe man ohne einen einzigen Schusswechsel eingenommen, berichtete der Sprecher der französischen Truppen, Thierry Burkhard. „Es ist nun Sache der malischen Truppen, die Stadt einzunehmen.“ Es gehe jetzt darum sicherzustellen, dass keine feindlichen Islamisten mehr in der Stadt seien, sagte ein Offizier der malischen Armee.
Der schnelle Vormarsch der Verbände ist auch dem Zurückweichen der Islamisten zu verdanken. Schon zuvor, bei der Einnahme Gaos, hatten die malisch-französischen Truppen ungehindert vordringen können: „Wir sind in Gao auf keinen Widerstand gestoßen; die bewaffneten Gruppen hatten die Stadt bereits verlassen“, sagte der malische Oberst Didier Dakouo am Montag im Rundfunk. In Gao kehrte am Montag bereits Normalität ein - Geschäfte und Ämter waren geöffnet.
„Strategie des Rückzugs“
Mali wird nach Einschätzung des französischen Außenministers Laurent Fabius dank des von Frankreich geführten Militäreinsatzes gegen islamistische Rebellen Schritt für Schritt befreit. „Gemeinsam mit den Maliern gewinnen wir eine Reihe von Städten zurück“, sagte Fabius am Montag im Fernsehsender France 2. Der Außenminister warnte aber davor, dass sich bewaffnete Kämpfer der islamistischen Allianz im Norden Malis nun verstecken und später zurückkehren könnten.
„Die Terrorgruppen verfolgen die Strategie des Rückzugs“, sagte Fabius. „Einige von ihnen könnten in den Norden zurückkehren, vor allem in Mali.“ Ob sich Frankreich dann an einem weiteren Militäreinsatz in dem westafrikanischen Land beteiligen würde, ließ er offen.
Stadt der zerstörten Heiligengräber
Timbuktu, auch „Perle der Wüste“ genannt, liegt rund 700 Kilometer nordöstlich der malischen Hauptstadt Bamako. Neben drei großen Moscheen gibt es in der historischen Wüstenstadt mit 55.000 Einwohnern jahrhundertealte Friedhöfe und Mausoleen. Seit 1988 zählen sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. 2012 hatten die Islamisten jedoch mehrere geschützte Heiligengräber in der Altstadt zerstört.

APA/EPA/Nic Bothma
Zivilisten auf der Flucht vor den Kämpfen
Wertvolle Bibliothek angezündet?
Timbuktu ist auch ein traditionelles Zentrum islamischer Gelehrsamkeit. Unter anderem befinden sich dort rund 20.000 Manuskripte, einige von ihnen aus dem 12. Jahrhundert. Den Besitzern der Handschriften war es nach dem Einmarsch der Islamisten gelungen, einen Teil davon außerhalb Timbuktus in Sicherheit zu bringen. Der andere Teil der Manuskripte wurde von den Islamisten versteckt.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete am Montag unter Berufung auf den Bürgermeister der Stadt, Halle Usmane, dass islamistische Kämpfer die Bibliothek in Brand gesetzt hätten. Unklar ist, ob sich die wertvollen Manuskripte noch dort befinden. Usmane hält sich derzeit selbst nicht in Timbuktu, sondern in der Hauptstadt Bamako auf. Die Informationen erhielt er nach eigenen Angaben von seinem Pressechef, der einen Tag zuvor aus Timbuktu in den Süden gereist war. Auch seinen Amtssitz und das Haus eines Abgeordneten hätten die Islamisten angezündet, sagte der Bürgermeister.
„Rebellen verjagt“
Zu den Kämpfen um Gao hieß es, dass dabei zahlreiche Rebelleneinheiten „zerschlagen oder in Richtung Norden verjagt“ worden seien. Inzwischen hätten malische Einheiten die vollständige Kontrolle über Gao, das zuletzt als Hauptstadt der Islamisten galt. Gao, Kidal und Timbuktu gelten als die wichtigsten Städte des Nordens.
Berichte über die Bombardierung des Hauses des Ansar-Dine-Anführers Iyad Ag Ghali in Kidal an der Grenze zu Algerien wurden am Abend vom französischen Militär dementiert. „Das Haus steht noch, es hat in der Region von Kidal keine Luftangriffe gegeben“, sagte ein Militärsprecher.
AU begrüßt Frankreich-Einsatz
Beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba hatten die anwesenden Staats- und Regierungschef der 54 Länder des Kontinents am Sonntag den Militäreinsatz Frankreichs begrüßt. Der äthiopische Ministerpräsident Hailemariam Desalegn rief diejenigen Länder zur zügigen Entsendung von Truppen auf, die eine Beteiligung an der Mission African-led International Support Mission in Mali (AFISMA) zugesagt haben.
Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS hatte zuvor bei einem Treffen führender Militärs in Abidjan in der Elfenbeinküste beschlossen, das AFISMA- Truppenkontingent zur Unterstützung der malischen Armee von ursprünglich 3.300 Mann auf 7.700 Soldaten aufzustocken. Bisher sind erst knapp 1.750 Soldaten der westafrikanischen Nachbarn in Mali eingetroffen, um sich an der multinationalen Eingreiftruppe zu beteiligen.
Die Europäische Union beginnt Mitte Februar mit der Entsendung von Militärausbildnern nach Mali, wie ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel sagte. Diplomaten nannten den 12. Februar als Starttermin. Die EU hatte Mitte JÄnner beschlossen, 200 bis 250 Militärausbildner nach Bamako zu schicken, um Malis Armee im Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen. Doch will sich die EU nicht mit Kampftruppen am französisch-afrikanischen Militäreinsatz beteiligen.
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