Gewalt gegen Frauen reißt nicht ab
Der Fall jener 23-jährigen Medizinstudentin, die Mitte Dezember in einem Bus in der indischen Hauptstadt Delhi vergewaltigt und getötet worden war, wurde in den letzten Wochen zum Symbol für die wachsende Zahl an Gewalttaten gegen Frauen in Indien. Tausende Menschen protestieren in Delhi seither täglich gegen die Untätigkeit der Polizei. Doch die Gewalt gegen Frauen reißt nicht ab.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Am Wochenende wurde die Leiche einer 21-jährigen Fabrikarbeiterin in der Nähe der Hauptstadt Delhi gefunden, die vergewaltigt und so schwer verletzt worden war, dass sie ihren Verletzungen erlag. Nach Angaben des Vaters wurde die Frau Opfer einer Massenvergewaltigung. Die junge Frau verschwand Freitagabend auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, berichten indische Medien. Der Vater der Frau klagt die Untätigkeit der Polizei an. Als er das Verschwinden seiner Tochter gemeldet habe, sei die Polizei dem Hinweis nicht nachgegangen, sondern habe ihm erklärt, sie sei wahrscheinlich mit jemandem mitgegangen.
Zwei Männer wurden in Zusammenhang mit der Tat verhaftet, ein dritter mutmaßlicher Täter konnte fliehen. Auch aufseiten der Sicherheitskräfte scheint es Konsequenzen zu geben. Wie die BBC berichtet, wurden mittlerweile vier Polizisten in dem Fall suspendiert, einer wurde versetzt.
Mutmaßliche Peiniger vor Gericht
Unterdessen stehen die fünf mutmaßlichen Vergewaltiger der mittlerweile verstorbenen 23-jährigen Inderin am Montag in Delhi vor Gericht. Den fünf Verdächtigen wird vorgeworfen, die Frau in einem Bus in Delhi äußerst brutal misshandelt zu haben. Nach der Tat wurde sie aus dem Bus geworfen. Sie erlag zwei Wochen später, am 28. Dezember, ihren schweren Verletzungen in einem Krankenhaus in Singapur.
Den Verdächtigen soll am Montag die Anklage verlesen werden. Zwei der Angeklagten hatten am Samstag einen Antrag gestellt, um gegen die anderen Angeklagten auszusagen. Sie erhoffen sich davon eine mildere Strafe. Ein sechster Verdächtiger ist in Haft. Bei ihm muss noch geklärt werden, ob er wegen seines Alters vor ein Jugendgericht kommt.
Alle 20 Minuten eine Vergewaltigung
Die Staatsanwaltschaft hatte fünf der sechs Beschuldigten vergangene Woche offiziell des Mordes und der Gruppenvergewaltigung angeklagt. Ihnen droht die Todesstrafe. Der Fall löste in ganz Indien einen Sturm der Entrüstung aus. Gewalt gegen Frauen ist in dem Land weit verbreitet ist. Tausende Menschen gingen in zahlreichen Städten auf die Straße und forderten von der Regierung einen besseren Schutz für Frauen. In Indien wird im Schnitt alle 20 Minuten eine Vergewaltigung gemeldet.
Links: