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Minister verspricht „eiserne Hand“

Nach der Mordanklage gegen die mutmaßlichen Peiniger des indischen Vergewaltigungsopfers will Indiens Regierung Gewalt gegen Frauen „mit eiserner Hand“ bekämpfen. „Es ist schlicht inakzeptabel, dass Frauen in unserer Gesellschaft in Angst und Sorge leben müssen“, sagte Innenminister Sushil Kumar Shinde am Freitag in Neu-Delhi vor Polizeichefs aus dem ganzen Land.

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Vorfälle wie die Vergewaltigung der 23-jährigen Studentin, die am vergangenen Samstag an ihren Verletzungen starb, seien „für unsere Demokratie nicht hinnehmbar. Das muss mit eiserner Hand eingeschränkt werden.“

Shinde kündigte an, in jeder der oft nur von Männern besetzten Polizeiwachen in Neu-Delhi würden künftig auch zwölf Beamtinnen Dienst verrichten. Für die Wachen und andere Dienststellen in der Hauptstadt sollten mehr als 2.500 Polizistinnen rekrutiert werden.

Debatte über Todesstrafe

Am Donnerstag war in Neu-Delhi gegen fünf Beschuldigte Anklage unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung und Entführung erhoben worden. Ihnen droht die Todesstrafe. Die 23-Jährige war von mehreren Männern in einem Bus in Neu-Delhi vergewaltigt, mit einer Eisenstange misshandelt und nackt aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen worden. Am vergangenen Samstag war die Studentin nach mehreren Notoperationen in einem Spezialkrankenhaus in Singapur an ihren Verletzungen gestorben.

Die Familie der jungen Frau fordert die Hinrichtung aller sechs Beschuldigten. Shinde hatte bereits angekündigt, die regierende Kongresspartei werde überprüfen, ob die möglichen Strafen verschärft werden müssten. Seit 2002 wurden in Indien zwei Todesstrafen vollstreckt.

Späte Reaktion der Regierung

Bei den Protesten, die seit dem Bekanntwerden des Falles in ganz Indien aufflammten, waren ebenfalls Maßnahmen gefordert worden. Erst der Druck der Straße und der Opposition brachte die Regierung zum Handeln. Ministerpräsident Manmohan Singh war heftig dafür kritisiert worden, dass er sich lange nicht zu der Vergewaltigung geäußert hatte. Erst spät hatte er dann aber zur Ruhe gemahnt und die Tat ein „monströses Verbrechen“ genannt.

In einer TV-Ansprache hatte er zudem versichert, er werde alles tun, um Schutz und Sicherheit für Frauen in Indien sicherzustellen. Nach ihrem Tod rief Singh die Bevölkerung dazu auf, die durch den Fall geweckten Emotionen für einen gesellschaftlichen Wandel zu nutzen. „Sie mag ihren Kampf ums Überleben verloren haben, aber es liegt an uns, sicherzustellen, dass ihr Tod nicht umsonst war“, erklärte er.

Selten geahndet

Kleine Verbesserung gab es bereits auf regionaler Ebene: Mittlerweile sagte die lokale Regierung schnellere Verfahren zu sowie eine bessere Beleuchtung öffentlicher Plätze und mehr Polizeistreifen in Delhi. Im vergangenen Jahr wurden in Indien 24.206 Vergewaltigungen angezeigt. Doch die meisten Täter kommen davon - laut Menschenrechtsaktivisten wird nur etwa ein Viertel der Angeklagten verurteilt.

Es sei nicht nur die besondere Brutalität dieses Falls gewesen, die zu den Protesten führte, sagt die politische Analystin Saba Naqvi. Gruppenvergewaltigungen werden in Indien täglich angezeigt - meistens in ländlichen Gegenden. Doch oft seien Frauen der Dalit, also der „Unberührbaren“ am unteren Ende der Gesellschaft, die Opfer. Diesmal aber traf es eine Studentin in der 17-Millionen-Metropole Delhi. „Die Proteste jetzt sind ein Aufstand der wachsenden urbanen Mittelschicht“, sagt sie.

Gesetz soll nach Opfer benannt werden

Der Bruder des Opfers sagte der Zeitung „Indian Express“ indes, die Familie habe nichts dagegen, wenn die Regierung ein geplantes Gesetz zu schärferen Strafen für Sexualverbrechen nach ihr benennen wolle. Das hatte der Bildungsstaatssekretär des Landes am Mittwoch vorgeschlagen. Das käme einer „Ehre zum Andenken“ an seine Schwester gleich, sagte der Bruder. Gleichzeitig bat er darum, dass die Privatsphäre der Familie geschützt werde, damit diese angemessen um ihre Angehörige trauern könne.

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