Chile: 40 Jahre nach Tod von Victor Jara Verhaftungen

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In Chile bekommt die Ermordung des Sängers und Gitarristen Victor Jara zu Beginn der Diktatur von General Augusto Pinochet (1973 bis 1990) fast vier Jahrzehnte später ein juristisches Nachspiel. Die Justiz des Landes ordnete gestern die Festnahme von acht tatverdächtigen Ex-Militärs an. Einer der mutmaßlichen Täter wird mit internationalem Haftbefehl gesucht, weil er in den USA lebt.

Der Richter Miguel Vasquez vom Berufungsgericht in Santiago verfügte, dass sich zwei ehemalige Soldaten wegen Mordes und sechs weitere wegen Beihilfe verantworten müssen. Als Haupttäter werden demnach Hugo Sanchez Marmonti und Pedro Barrientos Nunez gesucht, Letzterer mit internationalem Haftbefehl.

Symbolfigur des Widerstands

Der Anwalt von Jaras Angehörigen, Nelson Caucoto, zeigte sich „zufrieden“ mit der Gerichtsentscheidung. Zwei Offizieren im Ruhestand wird die Erschießung Jaras und weiteren sechs eine Mittäterschaft angelastet, wie der Rundfunksender Radio Cooperativa berichtete.

Der linksgerichtete Musiker, eine Identifikationsfigur des Widerstands gegen Pinochet, war am 13. September 1973 in der Technischen Universität von Santiago, wo er als Dozent arbeitete, von Militärs festgenommen worden - nur zwei Tage nach dem Staatsstreich gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. Im Nationalstadion der chilenischen Hauptstadt war er gefoltert und am 16. September mit 44 Schüssen getötet worden.