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Tauziehen um Zugeständnisse

Bereits zum zweiten Mal war Hutchison-Chef Canning Fok vergangene Woche in Wien, um für die Übernahme von Orange durch Hutchison („3“) zu werben. Derzeit stehen die Karten laut offiziellen Aussagen nicht besonders gut.

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EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia zweifelte am Dienstag erneut das Zustandekommen der Übernahme von Orange durch „3“ an. „In diesem Stadium stellt sich die Frage, ob passende Zugeständnisse gefunden werden können“, wiederholte Almunia laut Redetext in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia eine ähnliche Aussage von Ende September.

Eu will weitere Zugeständnisse

„Das ist ein 1,6-Mrd.-Dollar-Geschäft (1,3 Mrd. Euro), das, wenn es durchgeht, die derzeit vier Wettbewerber auf dem nationalen Mobilfunkmarkt auf drei reduziert“, so Almunia. Die EU-Kommission sehe sich die geplante Übernahme genau an und habe kürzlich Bedenken zu dem Merger geäußert.

Almunia hatte bereits mehrmals gesagt, dass die Kommission sicherstellen müsse, dass es durch den Zusammenschluss nicht zu höheren Preisen für die Endkunden komme. Die EU fordert von Hutchison im Rahmen der geplanten Fusion weitere Zugeständnisse, die der Anbieter laut letzten Angaben aber nicht machen will.

„3“ will Netze für neue Anbieter öffnen

Hutchison hatte bereits angeboten, kleineren Mobilfunkbetreibern ohne eigenes Netz zu erlauben, die Hutchison-Infrastruktur zu mieten. Damit wäre ein Weg für neue Anbieter frei, so „3“. Zudem will „3“ selbst weiterhin preisaggressiv auftreten, auch um die bis 2015 angepeilten 30 Prozent Marktanteil erreichen zu können. Gemeinsam mit Orange kommt „3“ derzeit auf 22 Prozent.

„3“ argumentiert außerdem, nach der Orange-Übernahme deutlich wettbewerbsfähiger zu sein, als es Orange und „3“ derzeit getrennt sind. Durch Synergien im Wert von 500 Mio. Euro hätte „3“ mehr Geld für Investitionen in das Netz zur Vrfügung und wäre ein härterer Gegner für den Marktführer A1 Telekom Austria, so Fok bei seinem zweiten Besuch Ende September in Wien.

„Wir haben getan, was wir tun konnten.“

Mit 50 Prozent mehr Standorten wäre eine bessere Versorgung der Kunden gewährleistet, so Fok. Für Orange-Kunden soll es nur Verbesserungen geben. „3“ will zudem nach der Übernahme möglichst schnell mit den 1.800-MHz-Frequenzen von Orange Austria LTE ausbauen können und eines der weltweit besten LTE-Netze aufbauen, sagte der österreichische „3“-Chef Jan Trionow. Das stößt allerdings bei T-Mobile auf wenig Gegenliebe, der Anbieter sieht in einer möglichen Zusammenlegung der Frequenzen einen unfairen Wettbewerbsvorteil.

Weitere Zugeständnisse könne „3“ nicht machen, so Trionow. „Wir haben getan, was wir tun konnten.“ Er sei dennoch zuversichtlich, dass die EU-Kommission bis Ende November eine aus seiner Sicht positive Entscheidung treffen werde. Fok versucht unterdessen durch intensives Lobbying in Wien und Brüssel die zuständigen Behörden von der Fusion zu überzeugen. An einen Rückzug aus Österreich im Falle eines Scheiterns der Fusion denkt Fok laut eigenen Angaben nicht, „dafür haben wir hier zu viel Arbeit hineingesteckt“.

Reduktion auf drei Mobilfunknetze

Nach der Übernahme würde es in Österreich drei Anbieter mit eigener Infrastruktur geben: Die Telekom Austria (TA) wäre weiter Marktführer, es würden auf Platz zwei T-Mobile und auf Platz drei „3“-Orange folgen. „3“ bietet für Orange 900 Mio. Euro, im Gegenzug will Orange für 390 Mio. Euro seine Billigtochter Yesss inklusive Frequenzen und Senderstandorten an die TA weiterreichen. Diese Transaktion nehmen die österreichischen Wettbewerbshüter gesondert unter die Lupe.

Auch die österreichischen Wettbewerbshüter haben bereits Kritik und Bedenken zu der Übernahme geäußert und ihre Prüfung des Deals verlängert. Brancheninsider sehen vor allem in der harten Reaktion der EU den Versuch, ein Exempel für weitere Fälle in anderen EU-Länder zu statuieren. Dabei gehe es allerdings um ganz andere Größenordnungen, der Wettbewerb in Österreich sei bereits sehr intensiv und die Preise so niedrig wie kaum anderswo.

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