Teure PR: Lebensministerium weist Kritik zurück
Ein Rohbericht des Rechnungshofs (RH) hat die hohen PR-Kosten im Lebensministerium von Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) kritisiert. In einer Aussendung wies das Lebensministerium die Kritik und die kolportierten Kosten für den Relaunch der Homepage heute zurück.
Die Neugestaltung der Homepage des Lebensministeriums sei im November 2011 mit der Onlineschaltung der Seite abgeschlossen worden und habe 1,35 Mio Euro gekostet. Die in den Medien genannte Summe von 4,39 Mio Euro, die einem RH-Rohbericht entnommen wurden, seien die Gesamtkosten für das Content Management System (CMS) und inkludierten sowohl laufende Betreuungskosten, Software, Informationssicherheit und Wartung als auch Weiterentwicklungen wie den Relaunch der Homepage für den Zeitraum 2011 bis 2015.
Vor Aussage im U-Ausschuss
Im Vorfeld der Aussage von Berlakovich im Korruptions-U-Ausschuss war die Öffentlichkeitsarbeit seines Ressorts ins Blickfeld gerückt. Die „Presse“ (Montag-Ausgabe) zitierte aus dem RH-Bericht, in dem die Prüfer einiges an der Inseratenpraxis des Ministeriums zu beanstanden hätten. Berlakovichs Büro verwies gegenüber der Zeitung auf die dreimonatige Frist zur Stellungnahme.
Die Inseratenvergabepraxis der Regierungen seit 2000 sind Beweisthema fünf des U-Ausschusses, und zu diesem wird Berlakovich morgen im Parlament befragt. Für die PR-Strategien des Landwirtschaftsministeriums von 2006 bis 2011 interessierte sich laut „Presse“ der Rechnungshof und kommt der Zeitung zufolge im - nicht öffentlichen - Rohbericht zum Schluss, dass das Ressort in dieser Zeit 29,73 Millionen Euro für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben habe - wobei Berlakovich ab 2008 Minister war, davor war es Josef Pröll.
Viele Inserate in Kleinmedien
13,01 Millionen davon seien an Printmedien gegangen, rechnet die „Presse“ vor, wobei der RH moniere, dass teils Medien „mit untergeordneter oder nicht bekannter Reichweite“ profitiert hätten., etwa die „Österreichische Bauernzeitung“, an der wiederum der ÖVP-Bauernbund beteiligt ist. Bereits Anfang des Jahres hatte eine parlamentarische Anfragebeantwortung ein ähnliches Bild gezeichnet.
Der RH moniere überdies, dass im Jahr 2010 bei 94 Prozent der Schaltungen Fotos des Ministers abgedruckt worden seien. Kritik übten die Prüfer weiters am Zukauf externer Beratungsleistungen und an den Kosten für den Relaunch der Homepage des Ministeriums.