China schickt erneut Schiffe
Im Streit zwischen China und Japan um eine unbewohnte Inselgruppe im ostchinesischen Meer gibt es neue Spannungen. Zwei Kontrollschiffe des chinesischen Militärs fuhren nach Angaben der japanischen Küstenwache am Montag in die Zone der Inseln ein, die Japan als sein Hoheitsgebiet betrachtet.
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Die Schiffe verteidigten mit der Kontrollfahrt die Rechte Chinas, zitierte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua die staatliche Ozean-Verwaltungsbehörde, in deren Auftrag die Boote unterwegs sind. Bei Xinhua hieß es zudem, Japan habe in den vergangenen Tagen wiederholt Vorfälle rund um die Inselgruppe provoziert und damit die „territoriale Integrität“ Chinas schwer verletzt.
Rohstoffe machen Inseln wertvoll
Nach Angaben der japanischen Küstenwache wurden die Schiffe zum Verlassen des Gebiets aufgefordert, reagierten aber nicht. Die Inselgruppe - in China Diaoyu und in Japan Senkaku genannt - sorgt seit längerem für schweren politischen Streit. Beide Länder beanspruchen das Territorium jeweils für sich. Die Inseln liegen in fischreichen Gewässern, unter dem Ozean werden umfangreiche Gasvorkommen vermutet.
Der Disput bedroht auch den Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Asiens. Viele japanische Firmen schlossen Filialen in China. In vielen Städten Chinas war es zu teilweise gewaltsamen antijapanischen Protesten gekommen, nachdem die japanische Regierung jüngst trotz eindringlicher Warnungen Chinas einen Teil der Inselgruppe dem Besitzer, einem japanischen Privatmann, abgekauft hatte.
Versöhnungsfeier abgesagt
Die Beziehung zwischen den beiden Staaten ist bis heute von der japanischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg geprägt, bei der Millionen Chinesen getötet wurden. Erst am Sonntag sagte China wegen des Inselstreits eine Feier zum Jahrestag der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen mit Japan ab. China habe Japan über die Absage der für Donnerstag geplanten Veranstaltung zum 40. Jahrestag der Wiederaufnahme der Beziehungen informiert, wurde verlautbart.
Die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete ebenfalls über die Absage der Zeremonie. Chinas früherer Außenminister Tang Jiaxuan sei aber weiterhin bereit, Vertreter Japans in Peking zu empfangen, hieß es unter Berufung auf diplomatische Kreise. Nach mehrmaligen von Peking orchestrierten Protesten gegen Japan in China war es am Samstag auch erstmals zu einer Demonstration auf der Gegenseite gekommen. Die Kundgebung vor der chinesischen Botschaft in Tokio wurde von schwerstem Polizeiaufgebot möglichst klein gehalten.
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