EU-Arzneimittelkontrolle wird verschärft

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Das Europaparlament hat eine umfangreichere Überwachung von Arzneimitteln beschlossen. Die Straßburger Abgeordneten zogen damit eine Konsequenz aus dem Fall des französischen Diabetesmedikaments Mediator, das für bis zu 2.000 Todesfälle verantwortlich gemacht wird. Künftig muss eine Firma, die Arzneimittel vom Markt zurücknimmt, angeben, aus welchen Gründen das geschieht. Über die Europäische Arzneimittelagentur werden automatisch alle anderen Mitgliedsstaaten informiert.

„Mit der neuen Gesetzgebung werden Patienten deutlich besser geschützt“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Peter Liese (CDU). Auch der Beipackzettel für Patienten soll demnach künftig besser lesbar sein und eine Arzneimittel-Faktenbox die wichtigsten Informationen einschließlich Nebenwirkungen in einfacher Sprache und grafisch hervorgehoben darstellen. Die Einzelheiten dazu werden in den kommenden Monaten ausgearbeitet, sagte Liese.

„Wenn Zweifel an der Sicherheit von Medikamenten bestehen, ist es in Zukunft möglich, diese schnell vom Markt zu nehmen, und zwar in allen EU-Ländern gleichzeitig“, sagte der ÖVP-Europaabgeordnete Richard Seeber. Auch die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach begrüßte die Einigung. Die strikteren Kontrollen würden zu mehr Patientensicherheit führen, sagte sie.