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FSG stellt Weichen für Tumpel-Nachfolge

In der Arbeiterkammer (AK) werden am Montag die Weichen für eine neue Führung gestellt. AK-Chef Herbert Tumpel, der nächstes Jahr 65 wird, kündigte unlängst bereits an, dass er 2014 bei den nächsten AK-Wahlen nicht mehr antreten will. Dem Vernehmen nach könnte die Hofübergabe schon ein Jahr früher erfolgen.

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Ob Tumpel sein Präsidentenamt vor 2014 abgeben wird, ließ der Kammerpräsident bis jetzt allerdings offen. Wer ihm nachfolgen soll, ist hingegen so gut wie fix, wenn auch noch nicht offiziell: Die sozialdemokratischen Gewerkschafter haben sich intern bereits auf den Chef der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, Rudolf Kaske, festgelegt. In Gewerkschaftskreisen wird zudem offenbar davon ausgegangen, dass Kaske das Ruder Anfang 2013 übernehmen wird.

Bis dahin könnte er in einem ersten Schritt zum Vizepräsidenten der Wiener Arbeiterkammer aufrücken und dann in weiterer Folge von der AK-Vollversammlung zum Präsidenten gekürt werden. Dass das noch heuer geschieht, ist unwahrscheinlich - so gut wie ausgeschlossen ist, dass Tumpel bis zur AK-Wahl durchdient und Kaske nur in der Rolle des Spitzenkandidaten für die FSG auftritt.

Angeblich Personaldeal von 2009

Der Wechsel folgt angeblich einer innergewerkschaftlichen Logik. Seit Jahren geht das Gerücht, dass der AK-Posten Teil eines Personaldeals aus dem Jahr 2009 ist. Damals sollen die roten Gewerkschaftsgranden festgelegt haben, dass die GPA mit Ingrid Reischl die Obfrauschaft in der Wiener Gebietskrankenkasse und den Vorsitz in der Trägerkonferenz des Hauptverbands erhält, die Metallergewerkschaft, mittlerweile Pro-Ge, über Manfred Felix den Chefposten in der Pensionsversicherungsanstalt und die vida das Präsidentenamt, wenn sich Tumpel einmal zurückzieht.

Das geschieht nun, später als von manchen erwartet. Nachdem sich der eine Zeit lang favorisierte Eisenbahner Norbert Bacher zuletzt aus persönlichen Gründen aus seinen Spitzengewerkschaftsfunktionen zurückgezogen hat, blieb nur noch Kaske als logischer Kandidat übrig.

Tumpel folgte Hostasch

Tumpel hatte Lore Hostasch 1997 - nach einer Karriere im ÖGB - an der Spitze der AK abgelöst.

Glanzzeit zur schwarz-blauen Wende

Im Gegensatz zum eher spröden Tumpel gilt der gelernte Koch als wortgewandt und offen. Dem 57-Jährigen wird Handschlagqualität zugeschrieben. Kaum jemand traut ihm nicht zu, die AK zu führen, auch wenn er zuletzt beim AUA/Tyrolean-Konflikt in einer freilich schwierigen Situation nicht unbedingt brillierte. Große Worte oder lautes Auftreten waren hingegen nicht unbedingt Tumpels Sache. Einzige Ausnahme: Die Wende des Jahres 2000 hin zu Schwarz-Blau wusste der ausgebildete Nationalökonom zu nutzen und in einen Erfolg für die FSG bei den nachfolgenden AK-Wahlen umzumünzen.

Tumpel gelang es, das gestiegene politische Interesse sowie die von der schwarz-blauen Regierung geplanten Sparmaßnahmen in die Waagschale zu werfen und die eigene Interessenvertretung als Schutzmacht zu positionieren.

Eisenbahngewerkschafter Roman Hebenstreit

APA/Herbert Neubauer

Wird Hebenstreit neuer vida-Chef?

Postenkarussell dreht sich

Während die AK-Frage am Montag in der dominierenden sozialdemokratischen Fraktion geklärt werden soll, dürfte es in der vida mit der Kaske-Nachfolge noch etwas dauern. Jedenfalls soll aber auch hier noch heuer die Entscheidung fallen, wer neuer Vorsitzender wird. Dass dieses Amt diesmal an die Eisenbahner geht, dürfte fix sein, stellen sie doch in der heterogenen Gewerkschaft die mit Abstand größte Gruppe und galt es bei der Gründung schon als Überraschung, dass Eisenbahner-Chef Wilhelm Haberzettl nicht selbst das Ruder übernahm.

Ob die Aufgabe der junge Roman Hebenstreit übernimmt, der erst seit kurzem ÖBB-Betriebsratschef ist, soll noch offen sein. Als Alternative gilt Gottfried Winkler, Obmann der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau.

Wer wird neuer ÖGB-Finanzchef?

Ebenfalls noch warten muss man auf den neuen Finanzchef im ÖGB. Eigentlich soll Clemens Schneider bereits mit Oktober zur Westbahn wechseln, allerdings bemüht man sich nun dem Vernehmen nach, dass er dem Gewerkschaftsbund noch ein paar Wochen erhalten bleibt. Sein Nachfolger wird daher nach derzeitigem Stand beim FSG-Präsidium noch nicht bestimmt.

Die Situation stellt sich derzeit kompliziert dar, da mit Monika Kemperle auch die Leitende Sekretärin für Organisationsfragen den Job gewechselt hat, womit aus dem bisherigen Trio lediglich der für Grundsatzfragen zuständige Bernhard Achitz übrig bleibt. Nun soll bis Oktober die Entscheidung fallen, ob man weiter mit drei Leitenden Sekretären operiert oder nur noch Achitz und eine Finanzreferentin die Geschäftsführung des ÖGB bilden.

Frauen in Führungspositionen

Klar ist, dass zumindest eine Frau in die Leitungsfunktion aufrücken muss. Dazu gibt es derzeit zwei Optionen: entweder eine noch ungenannte Frau übernimmt die Bereiche von Schneider und Kemperle oder nur die Funktion der Finanzchefin. In letzterem Fall würde nach APA-Informationen der Vorsitzende des Mauthausen-Komitees Willi Mernyi beste Chancen haben, dritter „Leitender“ zu werden.

Die Option, den fachlich unumstrittenen, aber nicht von allen Gewerkschaftsspitzen sonderlich geschätzten Achitz zum alleinigen Generalsekretär zu machen, dürfte mittlerweile vom Tisch sein. Endgültig die Weichen beim Finanzchef stellen können ohnehin nur die überparteilichen ÖGB-Gremien. Formal bestellt werden die Leitenden Sekretäre vom Bundesvorstand, und der hat seine nächste Sitzung erst im Oktober.

Antrag für SPÖ-Parteitag

Damit bleibt neben der Tumpel-Nachfolge für die montägige Sitzung des FSG-Präsidiums eigentlich nur noch eine spannende Frage - nämlich die, wie der Antrag der sozialdemokratischen Gewerkschafter für den SPÖ-Parteitag Mitte Oktober aussehen wird. Dieser soll in der Besprechung abgesegnet werden.

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