Ende des Rohstoffbooms?
Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton stellt sich auf schwierigere Zeiten ein. Nach einem Gewinneinbruch Ende Juni beendeten Geschäftsjahr verschob das britisch-australische Unternehmen Investitionsentscheidungen im Volumen von rund 68 Mrd. US-Dollar (55 Mrd Euro). Dazu zählt auch der geplante Ausbau der australischen Mine Olympic Dam zur größten Abbaustelle von Uran weltweit.
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Neben der Schuldenkrise in Europa bekommt die Branche vor allem das langsamere Wachstum des mit Abstand größten Rohstoffverbrauchers China zu spüren. Das drückt auf die Preise. Ende August war Eisenerz etwa so billig wie seit 32 Monaten nicht mehr. Aus dieser Entwicklung folgen herbe Gewinnrückgänge bei den lange erfolgsverwöhnten Bergbaukonzernen. Einige Beobachter sehen bereits ein Ende des jahrelangen Rohstoffbooms.
Gewinneinbruch von 35 Prozent
Bei BHP fiel der Gewinn im Geschäftsjahr 2011/2012 nach Angaben des Konzerns um 35 Prozent auf 15,4 Milliarden US-Dollar. Vorstandschef Marius Kloppers hatte angekündigt, auf seinen Jahresbonus zu verzichten. Beim Rivalen Rio Tinto war der Gewinn in der ersten Hälfte dieses Jahres um mehr als ein Fünftel gesunken, Xstrata verdiente sogar ein Drittel weniger. Auch der Rohstoffhändler Glencore behielt gut ein Viertel weniger Gewinn. Nach Einschätzung der Konzerne ist eine Besserung der Lage kurzfristig nicht in Sicht.
Keine weitere Freigabe für Großprojekte
BHP hatte sich im vergangenen Jahr ein 80 Milliarden Dollar schweres Investitionsprogramm bis Ende 2015 verordnet. Davon liegt nun vieles auf Eis, auch der Ausbau eines Erzhafens in Westaustralien und ein Kaliprojekt in Kanada. Der Konzern betonte zwar, dass an bereits getroffenen Entscheidungen für Investitionen von 22,8 Milliarden Dollar in 20 Abbauprojekte nicht gerüttelt werde. Allerdings werde es im neuen Geschäftsjahr auch keine weiteren Freigaben für andere Großprojekte geben.
Mit der Verschiebung von Olympic Dam - in das BHP nach Analystenschätzungen allein rund 33 Milliarden Dollar stecken wollte - riskiert das Unternehmen auch die Genehmigung der Behörden. Der Bundesstaat South Australia hatte dem Konzern für die Investitionsentscheidung in die Uran- und Kupferlagerstätte eine Frist bis zum 15. Dezember dieses Jahres gesetzt. BHP betonte, an dem Projekt 560 Kilometer nördlich von Adelaide festhalten zu wollen - allerdings in einem kleineren Umfang.
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