Einwanderer verlassen Italien wegen Krise
Unter dem Druck der schweren Rezession verlassen immer mehr Einwanderer Italien. Seit Beginn der Krise hätten bereits eine Million Ausländer Italien verlassen, berichtete heute der italienische Migrationsminister Andrea Riccardi, der sich auf Angaben des nationalen Statistikamts Istat bezog.
Die „Flucht“ der Migranten aus Italien sei für das Land ein „großer Verlust“, sagte Riccardi nach Angaben italienischer Medien. „Viele Migranten sind in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt. Andere sind in jene EU-Länder gereist, in denen die Integration einfacher ist. Ausgewandert sind auch viele von Unternehmen gefragte Facharbeiter oder Menschen, die sich in Italien gut integriert haben.“
Lega Nord wettert gegen positive Worte
Ausländische Arbeitnehmer seien für das Wachstum und die wirtschaftliche Entwicklung Italiens notwendig, so Riccardi weiter. Die Regierung müsse die Integration der Migranten erleichtern und das Zusammenleben mit den Italienern fördern.
Die Worte des Ministers lösten kritische Reaktionen der ausländerfeindlichen Oppositionspartei Lega Nord aus. „Je weniger Ausländer es in Italien gibt, desto mehr Arbeitsplätze gibt es für unsere Arbeitslosen“, kommentierte der ehemalige Minister für institutionelle Reformen und Spitzenpolitiker der Lega Nord, Roberto Calderoli.