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Viele in umkämpfter Stadt eingeschlossen

Vor den Kämpfen in der nordsyrischen Stadt Aleppo sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen innerhalb von 48 Stunden 200.000 Menschen geflohen. UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos forderte am Sonntag freien Zugang nach Aleppo für Hilfsorganisationen. Durch die Offensive der Truppen von Präsident Baschar al-Assad seien in der Wirtschaftsmetropole zahlreiche Hilfsbedürftige eingeschlossen.

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Die Hilfsorganisationen müssten die Möglichkeit erhalten, den Bedürftigen Nahrung, Wasser und Decken zur Verfügung zu stellen. Amos forderte alle kämpfenden Parteien auf, „Zivilisten nicht als Zielscheiben“ auszuwählen. Es sei „sehr schwierig“ für die Hilfsorganisationen, zu den Flüchtlingen vorzudringen, die sich aus Aleppo, Hama und anderen umkämpften Gebieten in Sicherheit zu bringen suchten.

Unterdessen öffnete das Nachbarland Jordanien am Sonntag das erste offizielle Lager für Zehntausende Flüchtlinge aus dem Nachbarland Syrien. Der jordanische Außenminister Nasser Dschawda sagte bei der Einweihung des Lagers Mafrak an der jordanisch-syrischen Grenze, sein Land tue sein Mögliches für die Sicherheit der Flüchtlinge und bemühe sich zugleich um eine politische Lösung des Konflikts in Syrien. Nach Angaben des Ministers ist das Lager für bis zu 120.000 Flüchtlinge ausgelegt.

Flüchtlingslager in Jordanien

Reuters/Muhammad Hamed

Jordanien eröffnet sein erstes offizielles Flüchtlingslager

Aleppo wird zur „Kampfarena“

Die Gewalt hatte in den vergangenen Tagen in Aleppo stark zugenommen. Die syrischen Regierungstruppen starteten eine Großoffensive gegen die Rebellen in der Millionenmetropole. Unterstützt von Militärjets, Kampfhubschraubern und schwerer Artillerie rückten Panzer und Soldaten am Wochenende gegen die Stellungen der aufständischen Freien Syrischen Armee (FSA) vor. Das Regime will mit dieser Taktik Aleppo offenbar für die Kämpfe mit den Rebellen, die das Regime zur entscheidenden „Schlacht aller Schlachten“ hochstilisiert hat, zur von Zivilisten befreiten „Kampfarena“ machen.

Der Syrien-Sondervermittler Kofi Annan appellierte an die Konfliktparteien, jedes weitere Blutvergießen zu verhindern. Der französische Präsident Francois Hollande forderte den UNO-Sicherheitsrat auf, so schnell wie möglich einzugreifen.

Bisher schwerste militärische Konfrontation

Mit Blick auf Aleppo berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London von der bisher schwersten militärischen Konfrontation in Syrien seit Beginn der Revolte gegen Assad im März 2011. Trotz der Eskalation verbuchten die Regimetruppen bis Sonntagnachmittag keine nennenswerten Gebietsgewinne. „Unsere Positionen sind unverändert“, sagte Rebellenkommandeur Abu Omar al-Halebi der dpa.

Die Regimetruppen griffen die FSA-Stellungen das ganze Wochenende über in mehreren Bezirken Aleppos an. Dabei kamen auch Raketenwerfer und von Hubschraubern abgesetzte Luftlandetruppen zum Einsatz. Dutzende Menschen wurden getötet. Das staatliche syrische Fernsehen sprach von einer großangelegten „Operation zur Säuberung Aleppos von bewaffneten terroristischen Gruppen“.

USA: Aleppo-Angriffe sind Sargnagel für Regierung

Die Angriffe auf Aleppo sind nach Einschätzung des US-Verteidigungsministers Leon Panetta der Sargnagel für die Regierung von Assad. „Was Assad seinem eigenen Volk angetan hat und weiter antut, macht der Bevölkerung klar, dass sich sein Regime dem Ende zuneigt“, sagte Panetta am Sonntag in Tunesien zu Beginn seiner Reise durch den Nahen Osten und Nordafrika. „Ich glaube, es wird letztlich Assads Sargnagel sein.“

Gespräche über Übergangsregierung in Kairo

Der oppositionelle Syrische Nationalrat kündigte unterdessen Gespräche zur Bildung einer Übergangsregierung an. Ein erstes Treffen sei am Dienstag in Kairo geplant, sagte Nationalratsmitglied Halit Hoca am Sonntag der dpa in Istanbul. Ziel sei es, außerhalb Syriens eine Regierung zu bilden in Opposition zu dem Regime von Assad. Der Syrische Nationalrat (SNC) wird von westlichen Diplomaten als wichtigstes Oppositionsbündnis wahrgenommen und ist unter anderem in Istanbul, Kairo und Dubai sowie in London, Paris und Washington vertreten.

Es sei allerdings noch nicht abzusehen, ob das Treffen in Kairo bereits ein konkretes Ergebnis bringen werde, sagte Hoca. Zunächst solle über die Besetzung und das Programm einer solchen Übergangsregierung debattiert werden. Laut Hoca werden Vertreter aller Oppositionsgruppen anwesend sein. Der in Istanbul gegründete Nationalrat arbeitet seit Herbst 2011 als Zusammenschluss verschiedener Oppositionsgruppen im Exil. Dazu zählen die in Syrien verbotene Muslimbruderschaft, Minderheiten wie Kurden und Christen, Intellektuelle, Dissidenten und einige wenige junge Revolutionäre. Ziel des Rates ist es, die zerstrittene syrische Opposition zu einen.

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