„Geschenk“ mit Langfristrendite
Die westchinesische Provinz Xinjiang und den Nordwesten Pakistans verbindet seit 1978 der Karakorum Highway, eine Fernstraße entlang der Hochgebirgsmassive des Pamirs, Karakorums und Himalayas, die an ihrem höchsten Punkt über 4.733 Meter führt. Tatsächlich ist die Strecke bisher allerdings mehr Piste als Highway. China finanziert nun den Ausbau zur modernen Autobahnverbindung.
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Damit soll die Strecke, wie es in einer Reportage des deutschen Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ heißt, „von einer staubigen Holperstrecke zur modernen, mehrspurigen Hochgebirgsmagistrale (Hauptverkehrsverbindung, Anm.) umgebaut werden“. Der Abschnitt auf chinesischer Seite, der von der Oasenstadt Kaxgar bis zum Khunjerab-Pass an der Grenze zu Pakistan reicht, sei bereits asphaltiert. Der Zeitplan 2013 für die gesamte Fertigstellung dürfte allerdings nicht halten.

APA/EPA/Olivier Matthys
Bisher ist die Strecke nur im Sommer und teils nur im Konvoi befahrbar
China scheut keine Kosten und Mühen
China scheut bei dem Projekt keinen Aufwand. Wenn Ziegel gebraucht werden, würden entlang der Mammutbaustelle Brennereien errichtet. Nachdem ein Stausee Teile der Strecke überschwemmt hatte, hätten sich die chinesischen Ingenieure einfach entschlossen, einen Tunnel zu errichten. Insgesamt soll das Projekt laut „Spiegel“ rund 400 Millionen Dollar (rund 325 Mio. Euro) kosten - ein teures „Geschenk“, das Peking dem Nachbarn Pakistan nicht ganz ohne Hintergedanken mache. Das Projekt sei „ein Beispiel für die chinesische Zukunftsstrategie: Investiere viel und verschenke großzügig, wenn es dir langfristig nützt.“

dapd/ddp/AP/Musaf Zaman Kazmi
Blick vom Karakorum Highway auf den Nanga Parbat (8.125 Meter)
„Peking geht es darum, künftig noch mehr Waren nach Pakistan zu exportieren und über den Hafen Karatschi in alle Welt zu verschiffen“, zitiert der „Spiegel“ den China-Experten Fasal ur-Rehman vom Institute for Strategic Studies in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Außerdem wolle China entlang der Fernstraße eine Erdgaspipeline für die eigene Versorgung erreichten.
„Langfristige Optionen“
Peking schaue nicht auf die „kurzfristige Renditerechnung seiner Bauprojekte im Ausland, sondern auf die langfristigen Handelsoptionen, die sich dadurch eröffnen“, so das deutsche Nachrichtenmagazin, und „auf die Verbündeten, die sich mit solch großzügiger Hilfe gewinnen lassen“. Indien, einer der großen Rivalen Chinas in Asien, gefalle das Projekt weniger, vor allem wegen der Möglichkeit, künftig schweres militärisches Gerät über den Karakorum Highway transportieren zu können.

AP/Hassan Bozai
Der Highway vor der Fertigstellung (1975)
Der Highway ist bisher im Winter geschlossen, da eine Schneeräumung mangels durchgehender ebener Asphaltdecke nicht möglich ist. Künftig sollen auch Sattelschlepper die Strecke ganzjährig und mindestens zweispurig befahren können. Die Fernstraße verläuft am 8.611 Meter hohen K2 und dem 8.125 Meter hohen Nanga Parbat am Dach der Welt (als Bezeichnung für den Pamir, den Karakorum und das Himalayamassiv) entlang. Bevor mit dem Bau der insgesamt 1.284 Kilometer langen Straße vor rund 50 Jahren begonnen wurde, gab es keine befahrbare Verbindung zwischen China und Pakistan.
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