Hälfte der Stimmzettel in Mexiko wird neu ausgezählt

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Nach der Präsidentenwahl in Mexiko werden nach Angaben der Wahlbehörde IFE mehr als die Hälfte aller Stimmen noch einmal gezählt. Zunächst hatten die Wahlleiter angekündigt, rund ein Drittel der Stimmzettel erneut auszuzählen. Nun sind es 54,5 Prozent. Nach dem vorläufigen Ergebnis hatte Enrique Pena Nieto von der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) die Wahl mit rund 38 Prozent der Stimmen gewonnen.

Der linke Kandidat Andres Manuel Lopez Obrador, der auf 31 Prozent kam, forderte jedoch eine komplette Neuauszählung. Er wirft dem Lager des Wahlsiegers Betrug vor. Seinen Angaben zufolge gab es bei mehr als 113.000 der 143.000 Wahlurnen „Ungereimtheiten“. Demnach soll Pena Nieto Millionen Stimmen gekauft haben.

Stimmen mit Einkaufsgutscheinen gekauft?

Lopez Obradors Wahlkampfleiter Ricardo Monreal nannte Pena Nieto einen „Betrüger“. „Es gibt keinen gewählten Präsidenten, es gibt keinen gewählten Kandidaten, und derjenige, der sich diesen Titel gibt, ist ein Betrüger“, sagte Monreal dem Radiosender MVS. Der PRI warf er vor, in der Supermarktkette Soriana landesweit Einkaufsgutscheine verteilt zu haben, um sich im Gegenzug Stimmen zu sichern. „Es muss untersucht werden, was in den Filialen von Soriana passiert ist“, forderte er.

Die Supermarktkette wies die Vorwürfe als „absolut falsch“ zurück. Mit den Einkaufsgutscheinen seien lediglich Rabatte und das Sammeln von Punkten möglich. PRI-Sprecher Eduardo Sanchez erklärte, die Partei habe keine Karten verteilt. Weder das Wahlkampfteam Pena Nietos noch die PRI stünden in Verbindung zu den Gutscheinen.