IWF fordert von Spanien zusätzliche Reformen
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat das Euro-Krisenland Spanien zu weiteren Reform- und Sparbemühungen aufgerufen. Zwar würdigte der IWF in einem Papier von heute bereits angestoßene Reformen insbesondere auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings reagiere das Lohnniveau immer noch ungenügend auf die sehr hohe Arbeitslosigkeit.
Effizientere Bankenaufsicht gefordert
Im Bankensektor und in der staatlichen Haushaltspolitik attestiert der Währungsfonds Spanien zwar Fortschritte, fordert aber ebenfalls zusätzliche Maßnahmen. Im Finanzsektor plädiert der IWF beispielsweise für eine effizientere Bankenaufsicht.
In der Haushaltspolitik sieht der IWF besonders große Herausforderungen, denn das Defizitziel von 5,3 Prozent im laufenden Jahr dürfte vermutlich nicht erreicht werden. Zudem basiere der mittelfristige Konsolidierungsplan bis 2015 auf Ausgabenkürzungen, die bisher kaum spezifiziert seien.
Besorgnis über Entwicklung Irlands
Besorgt äußerte sich der IWF auch über die wirtschaftliche Entwicklung Irlands. Obwohl die Reformen weiterhin „entschlossen“ und im erwarteten Zeitrahmen umgesetzt würden, blieben das Wachstum niedrig und die Arbeitslosigkeit hoch, hieß es in einem aktuellen Bericht, der noch vor der Zustimmung der Iren zum Fiskalpakt Ende Mai verfasst worden war. Ein Grund dafür seien neue Turbulenzen in der Euro-Zone.
Unter dem Eindruck der Euro-Krise war das Wachstum in Irland im letzten Quartal des Jahres 2011 um 0,2 Prozent zurückgegangen. Die Arbeitslosigkeit liegt derzeit bei 14,3 Prozent. Das Land wird seit Herbst 2010 von internationalen Hilfskrediten gestützt. Erst am Mittwoch überwies der IWF Dublin eine weitere Tranche.
UNO befürchtet neue Rezession durch Euro-Krise
Besorgte Worte sprach auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon aus: Die Euro-Krise könnte nach Befürchtungen von Ban zu einer neuen weltweiten Rezession führen. „Unser Hauptanliegen für die nächsten Monate muss es sein, einen Ansturm auf die Banken und eine finanzielle Panik zu vermeiden“, sagte der Koreaner in New York vor dem G-20-Gipfel in Mexiko. Zugleich solle die Verpflichtung zu einer nachhaltigen Entwicklung erneuert werden.
Wenn sich die Lage in Europa verschlechtere, könne das auch Auswirkungen auf die Armutsbekämpfung haben, sagte Ban. Ungeklärte Probleme in der Finanzwirtschaft und die Staatsschulden in reichen Ländern würden Programme zur Bekämpfung der extremen Armut in der Dritten Welt betreffen. Mehr Arbeitslosigkeit und politische Instabilität wären die Folgen. Ban erwartet vom Gipfel „nennenswerte Ergebnisse“ für die ärmeren Länder insbesondere bei den Themen Bildung und Arbeitslosigkeit.