Arbeitsunfähig durch Pflanzenschutz
Ein französisches Gericht hat im Februar erstmals den US-Agrarkonzern Monsanto für die Vergiftungserscheinungen eines Bauern verantwortlich gemacht. Das Unternehmen sei für die Auswirkungen verantwortlich, die das Unkrautvernichtungsmittel Lasso auf die Gesundheit des Klägers gehabt habe, urteilte das Gericht im südostfranzösischen Lyon.
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Monsanto müsse dem Landwirt deshalb Schadenersatz zahlen. Der heute 47-jährige Paul Francois hatte 2004 eine Ladung Lasso ins Gesicht bekommen, als er den Tank seines Zerstäubers öffnete. Der Bauer litt daraufhin fast ein Jahr lang an Schwindel, Kopfschmerzen und Muskelbeschwerden und konnte nicht arbeiten.
Schädlichkeit seit langem bekannt
Im Februar 2007 klagte Francois gegen Monsanto. Sein Anwalt warf dem Agrarunternehmen vor, Lasso erst 2007 in Frankreich vom Markt genommen zu haben. Dabei sei die Schädlichkeit schon in den 1980er Jahren bekannt gewesen. Monsanto habe auch nicht auf die Risiken des Produkts hingewiesen. Der Konzern ist in Europa auch wegen seines gentechnisch veränderten Saatguts in der Kritik.
Parkinson als Berufskrankheit anerkannt
In Frankreich wurde zuletzt auch ein Zusammenhang zwischen der Parkinson-Krankheit und der Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft offiziell anerkannt: Agrarminister Bruno Le Maire unterzeichnete ein im Mai in Kraft getretenes Dekret, dem zufolge Parkinson unter bestimmten Bedingungen als Berufskrankheit in der Landwirtschaft akzeptiert ist. Die Bauern und landwirtschaftlichen Angestellten müssen demnach mindestens zehn Jahre lang den Pestiziden ausgesetzt gewesen sein, und die Krankheit muss spätestens ein Jahr nach Ende der Verwendung ausgebrochen sein.
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