Documenta-Chefin will Wahlrecht für Erdbeeren

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die künstlerische Leiterin der deutschen Kunstschau documenta (13) bringt ein Wahlrecht für Tiere und Pflanzen ins Gespräch, insbesondere das von Erdbeeren. „Es gibt keinen grundlegenden Unterschied zwischen Frauen und Hunden oder zwischen Männern und Hunden“, sagte Carolyn Christov-Bakargiev wenige Tage vor Beginn der Weltkunstschau gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

Auf die Frage, ob Hunde wie Frauen wählen dürfen sollten, antwortete sie: „Warum nicht? Gehört die Welt denn weniger den Hunden als den Frauen?“ Die Frage sei nicht, „ob wir Hunden oder Erdbeeren die Erlaubnis zum Wählen erteilen, sondern WIE eine Erdbeere ihre politische Intention vorbringen kann“.

Die von Christov-Bakargiev geleitete documenta (13) wird am Mittwoch der Presse vorgestellt und öffnet am Wochenende danach für das Publikum. In ihrer Weltsicht machten Tiere und Pflanzen auch Kunst: „Auch Hunde denken!“ Ein Bienenstock oder ein Spinnennetz seien Kultur. „Die kulturelle Produktion der Tomatenpflanze ist die Tomate“, sagte Christov-Bakargiev.

Auf die Frage, ob es denn keinen Unterschied zwischen menschlicher Kunst und tierischen Erzeugnissen gebe, sagte sie: „Nein, absolut nicht!“