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Raktenschild als Bedrohung empfunden

In bisher beispielloser Schärfe hat Russlands Militärspitze vor einer US-Raketenabwehr in Europa gewarnt und einen Präventivschlag auf US-Anlagen nicht ausgeschlossen. Die Pläne Washingtons gefährdeten die strategische Sicherheit Russlands massiv, sagte Generalstabschef Nikolai Makarow am Donnerstag auf einer Konferenz mit Verteidigungsexperten der NATO-Staaten in Moskau.

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Russlands Ministerpräsident Dimitri Medwedew warnte in einem Grußwort an die Teilnehmer vor einem neuen Wettrüsten, sollten die USA ihre bisherigen Pläne umsetzen. Die Leiterin der US-Delegation, Ellen Tauscher, wies die Kritik als „wenig überzeugend“ zurück. Sie sprach sich für weitere Verhandlungen zwischen Russland und der NATO aus.

„Passende Gegenmaßnahmen“

„Die Gespräche sind in einer Sackgasse“, sagte dagegen Russlands Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow. „Wenn die USA und die NATO es für möglich halten, bei Gewährleistung der eigenen Sicherheit, die Sicherheit ihrer Nachbarn außer Acht zu lassen, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als passende Gegenmaßnahmen zu ergreifen“, warnte Makarow.

Er wiederholte, dass Russland nur einer gemeinsamen Raketenabwehr mit nur einem Leitungsstand zustimme und drohte erneut mit dem Ausstieg aus Abrüstungsverträgen. Die NATO bietet derzeit zwei separate, wenn auch eng verzahnte Systeme an.

Moskaus Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew warnte nach Angaben der Agentur Interfax, dass das US-Projekt in sechs Jahren Russlands ballistische Raketen abfangen könnte. Er forderte erneut schriftliche Garantien der USA dafür, dass das Abwehrsystem nicht gegen Russland gerichtet ist.

Russische Raketen in Kaliningrad?

Mögliche Gegenschritte seien nicht nur die Stationierung von Iskander-Raketen in Kaliningrad rund um das frühere Königsberg an der Ostsee, sondern auch ihr Einsatz zur Vernichtung von Komponenten des geplanten westlichen Verteidigungsschildes, unterstrich Makarow. Bisher hatte Russland mit der Stationierung der Verteidigungsanlagen gedroht, aber nicht so offen mit deren möglichem Einsatz. Die Gefahr von Raketen aus Nordkorea und dem Iran, gegen die sich das US-Projekt angeblich richte, nannte Moskaus Generalstabschef „ausgedacht“.

Der Chef für internationale Fragen im US-Verteidigungsministerium, Alexander Vershbow, warf Russland vor, von „falschen Angaben“ auszugehen. „Wir haben nicht den Wunsch, die globale strategische Stabilität zu untergraben“, sagte er in Moskau. An der zweitägigen Konferenz nehmen mehr als 200 Teilnehmer aus 50 Ländern teil.

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