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„Meine Lage ist nicht gut“

Die Führung in Peking hat dem aus dem Hausarrest geflohenen Bürgerrechtler Chen Guangcheng freigestellt, einen Antrag für ein Studium im Ausland zu stellen. Wenn Chen im Ausland studieren wolle, könne er „wie die anderen chinesischen Bürger“ einen Antrag bei den zuständigen Behörden stellen, hieß es in einer am Freitag im Internet veröffentlichten Erklärung des chinesischen Außenministeriums.

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Der blinde Bürgerrechtler, der am 22. April aus dem ihm auferlegten Hausarrest geflohen war und zunächst in der US-Botschaft Zuflucht gefunden hatte, hat nach Angaben eines Unterstützers eine Einladung einer New Yorker Universität.

Chen bittet USA um Hilfe

Der Bürgerrechtler hatte zuvor telefonisch bei einer US-Kongressanhörung seinen Wunsch bekräftigt, in die USA reisen zu wollen. Der 40-Jährige wurde per Handy aus einem Krankenhaus in Peking in die Sitzung im Kapitol in Washington zugeschaltet. Er wolle US-Außenministerin Hillary Clinton in Peking treffen, sagte Chen dabei. „Ich hoffe, von ihr mehr Hilfe zu bekommen. Ich möchte ihr zudem persönlich danken.“

„Meine Lage ist nicht gut“, sagte Chen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon aus dem Krankenhaus. „Ich habe mich seit zwei Tagen nicht mit Diplomaten der US-Botschaft treffen können. Sie sind hierhergekommen, wurden aber nicht hereingelassen.“ Er mache sich zudem Sorgen, weil sich seine Frau Yuan Weijing nicht mehr frei bewegen könne und überwacht werde. Zudem habe er gehört, dass seine Freunde drangsaliert würden. US-Behördenvertreter gaben an, mit Chen telefoniert und seine Frau getroffen zu haben.

Clinton trifft Staatschef Hu

Unterdessen traf Clinton in Peking mit der chinesischen Führung zusammen. Einzelheiten ihrer Gespräche mit Staats- und Parteichef Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao im Rahmen des laufenden strategischen und wirtschaftlichen Dialogs wurden zunächst nicht bekannt.

Chen hatte sich Ende April aus dem Hausarrest in die US-Botschaft in Peking geflüchtet. Am Mittwoch verließ der Aktivist die Botschaft wieder unter ungeklärten Umständen und wurde in ein Pekinger Krankenhaus gebracht. Die chinesische Regierung soll eine Garantie für die Sicherheit Chens abgegeben haben. Am Donnerstag sagte der Dissident, er wolle nun doch mit seiner Familie in die USA ausreisen.

Druck auf Bürgerrechtler ausgeübt?

Einen Tag nach der scheinbar friedlichen Lösung des Konflikts um seine Flucht in die US-Botschaft mehrten sich die Vorwürfe, beide Länder hätten Druck auf ihn ausgeübt. Dass er Clinton aufforderte, ihn und seine Familie gleich nach den jetzigen US-chinesischen Gipfelgesprächen im Regierungsflugzeug in die USA mitzunehmen, setzte Washington noch mehr unter Druck.

Ein führender chinesischer Dissident warf den USA schwere Fehler im Umgang mit Chen vor. Die US-Regierung hätte ihn niemals aus ihrer Botschaft in Peking lassen dürfen, sagte der im US-Exil lebende Wei Jingsheng der Nachrichtenagentur AFP. Die Situation sei „deutlich schwieriger“ geworden, weil Chen nicht mehr unter dem Schutz der USA stehe.

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