Die zündenden Ideen von „Insektenjupp“
Die 100 Jahre alte „Biene Maja“ ist vor allem dank der sehr erfolgreichen Zeichentrick-Fernsehserie Kult. Passend zum Jubiläum dürfen sich Maja, Willi und Co. auf eine Generalüberholung gefasst machen: Das ZDF plant 78 neue Folgen der Serie, die diesmal in 3-D daherkommen sollen. Ausstrahlungstermin für die neuen Abenteuer im ORF ist voraussichtlich 2013.
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Für ORF-Film- und Serienchefin Andrea Bogad-Radatz bedeuten die neuen Episoden „beste Unterhaltung in bester Qualität“, gleichzeitig verweist sie auf einen neuen „Biene Maja“-Film, der 2014 ins Kino kommen soll und danach auch im ORF zu sehen sein wird. Im heimischen TV feierte die Serie am 19. September 1976 ihre Premiere, seitdem wurden alle 104 Folgen gezeigt und einzelne sogar mehr als 15-mal wiederholt.
„Das alte Programm läuft sehr gut“
Bezüglich der neuen Folgen in 3-D zeigt sich Josef Göhlen, Mastermind der Originalserie, skeptisch. „Für mich ist es nicht ganz verständlich“, erklärte er in einem Interview mit der dpa. „Das alte Programm läuft sehr gut. Aber es geht darum, das Programm noch mal zu verkaufen. Die alte Maja ist schon auf der ganzen Welt verkauft. Es überlebt aber das, was liebenswert erzählt ist. Alles andere sind Zeiterscheinungen, die nicht ewig halten.“
Göhlen hat die Serie in den 1970er Jahren für das ZDF entwickelt und Figuren wie Willi und Flip, die in Waldemar Bonsels’ Buchvorlage gar nicht vorkommen, erfunden. Die zündende Idee dazu kam ihm angeblich in Österreich während einer Taxifahrt zu den Kollegen vom ORF-Kinderfernsehen. Auch wenn er vorher schon „Wickie und die starken Männer“ ersonnen hatte und nachher „Heidi“: Maja schlug an Popularität alles vorher und nachher.
Viel zu brav für die frühen 70er
Der Erfolg der Serie brachte Göhlen den Spitznamen „Insektenjupp“ ein. Laut eigenen Angaben interessierte ihn daran vor allem das ästhetische Konzept von japanischem Manga-Stil mit europäischem Zeichentrick. Die Figuren ließ er sich dennoch von Zeichnern aus Los Angeles besorgen, wo er sich gemeinsam mit ihnen auch Willi und Flip ausdachte, denen noch heute seine große Liebe gilt, wie er gegenüber der dpa gestand.
Göhlen hatte dabei einige Probleme, die Verantwortlichen für den „Biene Maja“-Stoff zu begeistern: "Sie müssen die Zeit bedenken. Es waren die Nachwehen der 68er-Revolution. Diese brave Biene, die mit der Geschichte von Waldemar Bonsels zusammenhing, die war nicht populär damals. Die Biene habe aber „einfach eine gute Comic-Figur“ abgegeben. Außerdem habe man sie „etwas anders“ als im Buch gestaltet - „ein bisschen emanzipierter und antiautoritärer“.
Merchandising einst und jetzt
Neben der Serie selbst bringen heute vor allem unzählige Merchandising-Artikel Geld: Vom Honigzuckerl aufwärts gibt es fast alles, was das Kinderherz begehren könnte - Spiele, Plüsch- und Plastikfiguren, Geschirr und Unzähliges mehr. Merchandising gab es dabei fast von Anfang an. Den ersten „Vertrag“ schloss angeblich Maja-Autor Bonsels selbst ab: Er erlaubte einem Imker 1948, einen „Maja-Honig“ zu verkaufen, und bekam dafür ein Fahrrad.
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