Massive Arbeitsrechtverletzungen
Kleider für deutsche Diskonter werden in Bangladesch einer Studie zufolge immer noch unter äußerst unmenschlichen Bedingungen hergestellt. Befragungen in zehn Zulieferbetrieben hätten massive Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen ergeben, teilte die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) mit.
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Für die Studie „Im Visier: Discounter“ wurden 162 Arbeiterinnen interviewt. Das Ergebnis wurde Ende vergangener Woche in Berlin vorgestellt. „Die meisten weiblichen Beschäftigten arbeiten bis zu 60 Stunden pro Woche und können dennoch von ihren kargen Löhnen kaum leben“, erklärte Khorshed Alam von der Alternative Movement for Resources und Freedom Society in Bangladesch. Er untersuchte Ende 2011 die Arbeitsbedingungen bei den Textilzulieferern von Aldi (deutsche Dachmarke von Hofer, Anm.) in dem südasiatischen Land.
„Schnäppchen werden erkauft“
„Die Schnäppchen bei Aldi werden mit systematischen Missachtungen von Sozialstandards bei globalen Zulieferern erkauft“, erklärte Sandra Dusch Silva, Koautorin der Studie und Referentin der Christlichen Initiative Romero, einer Trägerorganisation der „Clean Clothes“- Kampagne.
Die Kampagne für Saubere Kleidung konfrontiert Aldi, Lidl und KiK seit 2007 mit den Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen in Zulieferbetrieben in Ländern wie Bangladesch, Indien und China. Während Lidl und KiK sich daraufhin auf Gespräche eingelassen hätten, habe Aldi der Christlichen Initiative Romero mit einer Klage gedroht, erklärte die Kampagne.
Keine Verbesserungen
Die jüngsten Befragungen hätten ergeben, dass sich die Arbeitsbedingungen kaum verbessert hätten. Einige Zulieferbetriebe würden zwar stärker verpflichtet, auf Gesundheit und Sicherheit der Arbeiterinnen zu achten, in manchen Fabriken erhielten sie sogar Urlaub und Mutterschutz.
Elementare Rechte würden den Frauen aber immer noch vorenthalten, kritisiert die Kampagne. Es gebe keine schriftlichen Arbeitsverträge, die Löhne reichten nicht für ein Leben in Würde. Überstunden würden gar nicht oder nicht korrekt bezahlt. Die Arbeiterinnen dürften sich nicht gewerkschaftlich organisieren, würden diskriminiert, von Vorarbeiterinnen schlecht behandelt und seien sexuellen Übergriffen meist schutzlos ausgeliefert.
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