IKRK-Chef in Moskau
Die humanitäre Lage in Syrien wird sich nach Einschätzung des Roten Kreuzes weiter verschlechtern. Ein Jahr nach Beginn des Blutvergießens seien Sofortmaßnahmen nötig, um den Menschen in Syrien zu helfen, sagte der Chef des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, am Montag bei einem Besuch in Moskau.
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Russland äußerte sich dem IKRK zufolge grundsätzlich positiv zu der geforderten täglichen Feuerpause in Syrien. Der russische Außenminister Sergej Lawrow habe in einem Gespräch mit Kellenberger „positive Signale der Unterstützung“ entsandt, sagte ein IKRK-Sprecher am Montag nach dem Treffen in Moskau. Das Rote Kreuz setzt sich in den syrischen Kampfgebieten für eine zweistündige Feuerpause täglich ein, um Lebensmittellieferungen zu ermöglichen und Verletzte in Sicherheit zu bringen.
Kellenberger bat Russland, sich bei der Regierung von Staatschef Baschar al-Assad für einen besseren Zugang der notleidenden syrischen Bevölkerung zu humanitärer Hilfe einzusetzen. Konkret geht es um die Syrer, die in Kampfgebieten eingeschlossen sind.
Russland steht weiter hinter Assad-Regime
Russland ist einer der letzten Verbündeten Syriens. Vor einigen Wochen verhinderte es mit seinem Veto eine Resolution des UNO-Sicherheitsrats gegen das Assad-Regime. Russland ist auch der bedeutendste Waffenlieferant Syriens. Zugleich kündigte das Land jedoch seine Unterstützung für humanitäre Hilfe an. Das Assad-Regime hat UNO-Angaben zufolge in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 8.000 Menschen getötet.
„Unsere Einschätzung ist leider, dass sich die humanitäre Lage sehr wahrscheinlich verschlechtern wird“, sagte Kellenberger Lawrow zu Beginn ihres Treffens. Dem Roten Kreuz und dem Arabischen Roten Halbmond war es gelungen, in einige Kampfgebiete vorzudringen und Tausende Menschen mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Notfallgütern zu versorgen. Es sei aber ein viel breiterer Zugang nötig, betonte Kellenberger.
UNO-Team in Damaskus
Ein Expertenteam des Sondergesandten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan, traf am Montag zu Gesprächen in Damaskus ein. Annans Sprecher Ahmad Fausi bestätigte die Ankunft der fünfköpfigen Delegation in der syrischen Hauptstadt. Demnach sollten sie Beamte des syrischen Außenministeriums treffen, um über Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge Annans zur Beilegung des Konflikts zu sprechen. Nähere Angaben zum Ablauf des Besuchs machte der Sprecher aber nicht.
Der Sprecher hatte die Reise der Delegation am Freitag angekündigt. Am Montag sagte er, bei den Gesprächen solle es auch um die Entsendung einer neuen Beobachtermission gehen. Der nächste Besuch Annans in Syrien hänge vom Erfolg der aktuellen Mission ab. Die Arabische Liga hatte Ende vergangenen Jahres eine eigene Beobachtermission nach Syrien geschickt. Doch wurde diese nach einem Monat zunächst ausgesetzt und später abgebrochen, nachdem sie wiederholt von den syrischen Behörden an ihrer Arbeit gehindert worden war.
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