Ermittlungen laufen „seit Monaten“
Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) sucht seit Montag bei REWE International in Wiener Neudorf nach belastenden Unterlagen. Die Hausdurchsuchung läuft mit 15 Mitarbeitern, anfangs seien zusätzlich 15 Kriminalbeamte dabei gewesen, hieß es am Dienstag. Die BWB vermute „horizontale und vertikale“ Preisabsprachen, also mit Lieferanten und mit Wettbewerbern.
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Zu dem genauen Anlassfall zeigt man sich bei der BWB verschwiegen. Gegenüber ORF.at bestätigte BWB-Pressesprecherin Claudia Haubner, dass seit Montag eine Hausdurchsuchung stattfindet. Über den konkreten Anlass könne sie jedoch nichts sagen. Es liefen bereits „seit Monaten“ Ermittlungen gegen den Konzern, zu dem die Handelsketten Billa, Merkur, Penny, Bipa und Adeg gehören, nun habe man mit der Hausdurchsuchung begonnen.
Bier- und Kaffeepreise im Visier?
Laut „Kurier“ sollen gleich mehrere Produktbereiche betroffen sein, im Fokus der Untersuchungen stünden aber das Bier- und das Kaffeesortiment. Haubner bestätigte, dass REWE verdächtigt wird, in ein „Sternkartell“ involviert zu sein. Es gebe die Vermutung, dass es horizontale und vertikale Preisabsprachen sowohl mit Lieferanten als auch mit Mitbewerben gibt. REWE soll demnach mit Lieferanten Preise vereinbaren, die von den Lieferanten dann auch mit Konkurrenten fixiert werden. Der Lieferant wäre die „Informationsplattform“.
Andererseits vermutet die BWB aber auch direkte Preisabsprachen mit Konkurrenten. Ob die Untersuchungen auch auf Konkurrenzbetriebe ausgedehnt werden, wollte Haubner gegenüber ORF.at nicht sagen, Mitbewerber seien aber „wohl auch involviert“, so die Pressesprecherin.
Hausdurchsuchung dauert an
Die Hausdurchsuchung wird in jedem Fall noch bis Mittwoch andauern, womöglich aber auch darüber hinaus gehen, so Haubner. Derzeit findet sie nur an einem Standort statt. Von den Mitbewerbern Spar, Hofer und Zielpunkt will niemand etwas zu den Hausdurchsuchungen sagen oder sei selbst betroffen, ergab ein APA-Rundruf.
REWE: „Arbeiten mit Behörde zusammen“
Bedeckt gibt man sich am Dienstag auch bei REWE selbst. REWE-Sprecherin Corinna Tinkler bestätigte der APA lediglich, dass die BWB eine Hausdurchsuchung in der Zentrale in Wiener Neudorf durchführt. „Wir haben der Behörde die Unterlagen zur Verfügung gestellt und arbeiten mit ihr zusammen.“ Mehr wollte die Sprecherin mit Verweis auf eine laufende Untersuchung nicht sagen.
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