Verkehr zusammengebrochen
In Italien herrscht seit Anfang des Monats eine Kältewelle, die Hauptstadt Rom erlebt die heftigsten Schneefälle seit gut dreißig Jahren. Allein von Freitag auf Samstag forderte das extreme Wetter sechs weitere Todesopfer. In Rom brach der Verkehr zusammen, nachdem es dort bei eisigem Sturm seit Freitagnachmittag durchgehend geschneit hatte.
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Die Stadt versank zum zweiten Mal in einer Woche im Chaos, nachdem praktisch das gesamte Verkehrsnetz zum Erliegen kam. Auch die große Stadtumfahrung musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Auf dem römischen Flughafen Fiumicino kam es zu chaotischen Zuständen. Nachdem bereits am Freitagabend rund 2.000 Passagiere die Nacht im Flughafengebäude verbracht hatten, waren ab Samstagabend 50 Prozent sämtlicher Abflüge gestrichen. Der regionale Bahnverkehr brach teilweise zusammen. Roms Bürgermeister Gianni Alemanno rief die Bewohner der Stadt auf, auf das Auto zu verzichten.

Reuters/Max Rossi
Verschneite Touristenattraktionen
Zahlreiche Touristen nutzen die für Rom eher ungewöhnlichen Wetterverhältnisse für Fotos von verschneiten Sehenswürdigkeiten der Stadt wie die Spanische Treppe, der Trevi-Brunnen und die Piazza Navona. Kolosseum, Forum Romanum, der Palatinshügel und andere archäologische Stätten wurden für Besucher geschlossen. Auch der Petersplatz war am Samstag vollkommen verschneit.

APA/EPA/ANSA/Ettore Ferrari
Armee in den Bergen im Einsatz
Die extreme Kältewelle hat mittlerweile auch Mittel- und Süditalien fest im Griff. Von Freitag auf Samstag starben weitere sechs Menschen. Die Gesamtzahl der Kältetoten in Italien stieg damit auf bereits über 50. Die Armee war in mehreren Regionen im Einsatz, um die Straßen in eingeschneiten Bergortschaften zu befreien.
Schneefälle wurden auch in Süditalien, darunter in Kalabrien, gemeldet. In der Nacht auf Freitag hatte es in der Lombardei, in Umbrien und in der Toskana heftig geschneit. Im Mailänder Raum wurde auf der Autobahn A1 ein Lkw-Fahrverbot verhängt.
Schwierigkeiten mit Lebensmittellieferungen
Auch bei der Lebensmittelversorgung kam es im ganzen Land zu Problemen. Mehrere Supermärkte konnten wegen Zustellungsschwierigkeiten kein Obst und Gemüse anbieten, warnte der Landwirtschaftsverband Coldiretti. Das habe in den letzten Tagen zu beträchtlichen Preiserhöhungen geführt. Seit Beginn der Kältewelle Anfang des Monats mussten 100.000 Tonnen verderblicher Waren vernichtet werden, weil sie nicht rechtzeitig geliefert werden konnten.
Kältebedingter Ausnahmezustand in Serbien
Die Kältewelle hält derzeit nicht nur Italien, sondern auch Ost- und Südosteuropa in Atem. In Serbien erklärte die Regierung die kommende Woche als arbeitsfrei, um den Stromverbrauch zu drosseln. Staatsunternehmen und Behörden bleiben geschlossen, private Firmen sollten ihren Mitarbeitern ebenfalls frei geben, entschied die Regierung in Belgrad. Schulen und Universitäten sind wie in der Vorwoche auch in den kommenden sieben Tagen geschlossen. In Serbien sind zahlreiche Straßenverbindungen wegen starker Schneefälle seit Tagen unpassierbar. Am Samstag waren im Süden des Landes rund 50.000 Menschen in Dörfern von der Außenwelt abgeschnitten. Ähnlich war die Lage in Bosnien, Kroatien, Mazedonien und Albanien.
Kein Schiffsverkehr mehr auf der Donau
Die Donau ist mittlerweile auf fast ihrer gesamten Länge für den Schiffsverkehr gesperrt. Da riesige Eisblöcke auf dem Fluss die Befahrung ohne Sicherheitsrisiken nicht mehr zulassen, setzte nach Deutschland, Österreich, Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien am Freitag auch Ungarn den Schiffsverkehr auf der Donau aus.
In Deutschland ist neben der Donau auch die Elbe seit Dienstag komplett gesperrt. Auch auf anderen wichtigen Flüssen und Kanälen war der Schiffsverkehr wegen des Treibeises und geschlossener Eisdecken nicht möglich. Betroffen waren auch wichtige Verbindungen der deutschen Seehäfen wie der Elbe-Seitenkanal und der Mittellandkanal. Mancherorts waren Eisbrecher im Einsatz, um zumindest einige Strecken offen zu halten. Zahlreiche Schleusen waren vereist.
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