Nur Hälfte verreiste länger als fünf Tage
Reisen wird zusehends zum Vergnügen für Besserverdiener. Insgesamt urlaubten im Vorjahr nur 46 Prozent der Österreicher mehr als fünf Tage hintereinander. Vor allem Fernreisen sind primär ein Minderheitenprogramm für Wohlhabende, geht aus einer Studie der Fachhochschule (FH) Salzburg hervor.
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Während die Zahl der gut verdienenden Urlauber (Haushaltseinkommen über 3.600 Euro monatlich) im Jahresvergleich 2011 um zwei Prozent auf 63 Prozent zulegte, sank die Zahl der reisenden Personen mit einem Haushaltsverdienst von unter 1.500 Euro von 34 auf 23 Prozent. Das zeigt die Umfrage der FH unter 1.000 Österreichern.
Wiener verreisen überdurchschnittlich oft
„Der Anteil von Arbeitern, Pensionisten oder formal niedriger Gebildeten bei Reisen liegt deutlich unterhalb des österreichischen Gesamtdurchschnitts. Eine überdurchschnittlich hohe Reisetätigkeit zeigten dagegen fast zwei Drittel der Wiener, höher Gebildete und Selbstständige“, so Reinhold Popp, wissenschaftlicher Leiter an der FH Salzburg, am Donnerstag vor Journalisten.
Das fehlende Urlaubsbudget ist laut Umfrage auch der Hauptgrund, warum mehr als ein Viertel der Österreicher nicht einmal ein paar Tage verreist. Immerhin 16 Prozent gehen grundsätzlich nicht auf Reisen. Zwei Prozent der Österreicher nutzen ihren Urlaub für Fortbildung. Die Kluft zieht sich aber nicht nur zwischen Besser- und Wenigverdienern, sondern auch zwischen Stadt- und Landbewohnern. Im Vorjahr gingen 62 Prozent der Stadtbewohner mindestens fünf Tage auf Urlaub, während das nur 39 Prozent der ländlichen Bevölkerung taten.
Kaufkraft der Kunden berücksichtigen
Professor Ulrich Reinhardt von der FH Salzburg ermahnte am Donnerstag die heimischen Hoteliers, die Kaufkraft der Kundschaft nicht aus den Augen zu verlieren. Die Jagd nach immer mehr Sternen und mehr Tennisplätzen mache das Angebot für immer mehr Menschen unerschwinglich, gab er zu bedenken.
700 Euro für Inlandsurlaub, 1.400 für Türkei
Heuer will ein Viertel der Österreicher im Inland verreisen, knapp 14 Prozent zieht es nach Italien und neun Prozent nach Kroatien. Fernreisen haben elf Prozent im Visier. Für einen Inlandsurlaub gaben die Österreicher im Vorjahr im Schnitt 698 Euro aus, für eine Reise in das „Billigland“ Türkei hingegen fast das Doppelte. Eine Fernreise ließen sie sich rund 2.500 Euro kosten.
Auffällig ist, dass Österreich für die Deutschen im Sommer immer uninteressanter wird. Vor allen Frauen finden Österreich zusehends unattraktiv. Und Frauen sind es, die laut Popp in erster Linie bestimmen, wohin die Reise geht. Nur noch 3,8 Prozent der Deutschen wollen im Urlaub nach Österreich fahren, im Jahr 2010 waren es noch 4,4 Prozent.
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