Pentagon hüllt sich in Schweigen
Die USA bauen derzeit ihre Streitkräfte scheinbar gröber um. Nachdem Verteidigungsminister Leon Panetta erst am Freitag die Reduktion der Truppe um 70.000 Mann bei den Landstreitkräften und 20.000 bei der Marineinfanterie angekündigt hatte, deuten nun Medienberichte auch auf eine deutliche strategische Neuorientierung bzw. Anpassung an neue Konfliktszenarien hin.
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Laut „Washington Post“ wollen die USA im Nahen Osten eine schwimmende Operationsplattform errichten, von der aus Spezialkräfte künftig ihre Einsätze starten sollen. Derzeit werde ein älteres Kriegsschiff zum „Kommando-Mutterschiff“ umgerüstet, berichtete die Zeitung am Samstag. Das Schiff solle Hochgeschwindigkeitsbooten und Hubschraubern als Stützpunkt dienen. Mit solchen operieren im Regelfall keine größeren Truppenverbände, sondern vorwiegend Spezialeinheiten wie die Navy SEALS. Die Pläne stünden vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen mit dem Iran wegen dessen Nuklearprogramms, des Erstarkens der Al-Kaida im Jemen und der Piraterie vor den Küsten Somalias.
„Besondere Eile“ bei der Planung
Wo die Plattform stationiert werden soll, wollte das Flottenkommando der U. S. Navy laut der Zeitung nicht verraten. Andere Marineangehörige hätten von „besonderer Eile“ bei dem Vorhaben berichtet. Die Plattform solle bereits im Frühsommer fertig sein. Möglicherweise werde die Plattform im Persischen Golf eingesetzt, hieß es unter Berufung auf Dokumente des Pentagons.

APA/EPA
Die U.S.S. Ponce (Bild: im Sueskanal) verfügt über Landedecks für Hubschrauber
Im Dezember hatte der Iran damit gedroht, den Zugang zum Persischen Golf, die Straße von Hormus, zu blockieren, durch die rund 20 Prozent des weltweit vermarkteten Erdöls transportiert werden. Bei dem Schiff, das zur Einsatzzentrale umgebaut werden soll, soll es sich um die U.S.S. Ponce handeln - ein Kriegsschiff des Typs „Amphibious Transport Dock“.
Strategie: Schlanker und schneller
Der Einsatz von Spezialkräften, die unter anderen auch Al-Kaida-Chef Osama bin Laden im Mai letzten Jahres im pakistanischen Abbottabad getötet hatten, ist ein zentraler Baustein der Militärstrategie von US-Präsident Barack Obama, um die US-Armee schlanker und schneller zu machen. Im US-Militäretat sollen in den kommenden zehn Jahren mindestens 487 Milliarden Dollar (fast 370 Mrd. Euro) eingespart werden.
Neue Bomben in Entwicklung
Im Zusammenhang mit der Zuspitzung des Konflikts mit dem Iran berichtete das „"Wall Street Journal“ am Samstag von Plänen zur Entwicklung neuer bunkerbrechender Bomben. Die Schlagkraft konventioneller US-Waffen sei nämlich zu gering für eventuelle Angriffe auf unterirdische Nuklearanlagen in der Islamischen Republik.
Das Pentagon wolle daher eine Weiterentwicklung von Bomben forcieren, um deren Durchschlagskraft zu erhöhen, so die Zeitung. Das US-Verteidigungsministerium habe in diesem Monat insgeheim beim Kongress die Finanzierung dafür beantragt. Der Vorstoß sei Teil der Planung eines möglichen Angriffs auf das iranische Atomprogramm, hieß es weiter.
Klare Worte von Panetta
Der „Massive Ordnance Penetrator“ genannte Bunkerbrecher sei speziell entwickelt worden, um die stark befestigten Anlagen der iranischen und der nordkoreanischen Atomprogramme zu zerstören, berichtete das Blatt. Versuche hätten nun aber gezeigt, dass die Bombe einige iranische Anlagen nicht zerstören könne - weil diese sich entweder zu tief in der Erde befänden oder Teheran ihre Befestigungen verstärkt habe. Panetta hatte erst am Donnerstag Mängel eingeräumt und die Weiterentwicklung der Waffensysteme angekündigt. Diese würden bald imstande sein, auch die tiefsten iranischen Bunker zu zerstören, sagte er.
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