Bis zu 3.000 Tote im letzten Jahr
Die radikal-islamische Sekte Boko Haram, die erneut blutige Anschläge in Nigeria verübt hat, lehnt westliche Lebensformen ab. Der Name der Organisation wird mit „Westliche Bildung ist Sünde“ übersetzt. Auf ihr Konto gehen zahlreiche Anschläge. Allein 2011 fielen nach einer Studie des südafrikanischen Instituts für Sicherheitsstudien (ISS) etwa 3.000 Menschen Terroranschlägen zum Opfer.
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24. Dezember 2010: Bei blutigen Angriffen auf Christen in Nigeria werden am Heiligen Abend mindestens 80 Menschen getötet. In und um die Stadt Jos im Zentrum des Landes explodieren mehrere Bomben.
1. Jänner 2011: Bei Sprengstoffexplosionen sterben mindestens elf Menschen. Für die Anschläge in einer Kirche und auf einem Kasernengelände stehen die Muslimextremisten im Verdacht.
8. Juni 2011: In Maiduguri greifen Boko-Haram-Anhänger eine katholische Kirche an. Nach einem Zeitungsbericht sterben fünf Menschen.
16. Juni 2011: Bei einem Anschlag auf das Hauptquartier der nigerianischen Polizei sterben mindestens zwei Menschen. Wenige Stunden später explodiert ein weiterer Sprengkörper nahe einer Kirche Nigerias. Vier Kinder werden getötet. Boko Haram bekennt sich zu der Tat.
4. Juli 2011: Bei einem Anschlag auf einen Biergarten in Maiduguri im Nordosten Nigerias werden mindestens fünf Menschen getötet. Behörden lasten die Tat der Sekte an, die sich gegen Alkoholgenuss ausspricht.
26. August 2011: Bei einem Selbstmordanschlag auf das Gebäude der Vereinten Nationen in der Hauptstadt Abuja sterben mindestens 25 Menschen. Boko Haram bekennt sich zur Tat.
26. Dezember 2011: Boko Haram verübt am zweiten Weihnachtstag Anschläge auf Katholiken in Nigeria, mindestens 40 Menschen sterben.
8. Jänner 2012: Bei Anschlägen und Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Islamisten werden mehrere Menschen getötet. Sicherheitsbehörden machen Boko Haram verantwortlich.
11. Jänner 2012: Bei einem Anschlag auf eine Bar im Nordosten Nigerias kommen acht Menschen ums Leben. Boko Haram bekennt sich dazu. Wenige Stunden zuvor waren bei einem Anschlag auf Muslime im christlichen Süden Nigerias fünf Menschen ums Leben gekommen.
20. Jänner 2012: In der nordnigerianischen Stadt Kano explodieren mehrere Bomben vor dem Polizeihauptquartier und anderen Polizeistationen. In den Tagen danach erhöht sich Opferzahl immer weiter auf etwa 250. Boko Haram bekennt sich zu den Anschlägen und bezeichnet sie als „Vergeltungsmaßnahme“ für die Verhaftung von Mitgliedern.
20. Februar 2012: Bei einem Überfall auf einen Markt im Norden kommen 30 Menschen ums Leben. Mehrere bewaffnete Angreifer stürmen laut Augenzeugen in der Stadt Maiduguri auf einen Markt und schießen in die Menge. Die Armee vermutet Anhänger der islamistischen Sekte Boko Haram hinter dem Angriff.
11. März 2012: Ein blutiger Terroranschlag auf eine Kirche in der zentralnigerianischen Stadt Jos fordert zehn Menschenleben. Der Attentäter steuert seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen während des Gottesdienstes in die St. Finbar’s Kirche der Stadt.
9. April 2012: Das Osterfest wird von mehreren schweren Anschlägen überschattet, hinter denen Islamisten vermutet wurden. Kurz nach einem Anschlag mit bis zu 38 Toten nahe einer Kirche im muslimisch geprägten Norden erleiden bei einer Attacke in der Stadt Jos zahlreiche Menschen Verletzungen. Kurz darauf kommen im Nordosten weitere sieben Menschen ums Leben.
29. April 2012: Attentäter greifen mit Waffen und Sprengsätzen eine Versammlung der christlichen Gemeinde in einem Gebäude der Universität im nordnigerianischen Kano an und töten 15 Menschen. Wenige Tage zuvor werden bei einem Anschlag auf eine Zeitungsredaktionen mindestens acht Menschen getötet.
30. April 2012: Bei einem Terroranschlag auf ein Provinzministerium im Nordosten Nigerias werden elf Menschen getötet.
3. Mai 2012: Bei einem Anschlag auf einen Viehmarkt im Nordosten des Landes kommen 34 Personen ums Leben.
3. Juni 2012: Zwölf Menschen werden bei einem Selbstmordanschlag auf eine Kirche im Norden Nigerias getötet. Der Attentäter fährt mit einem Auto voller Sprengstoff in das Gotteshaus in der Stadt Yelwa in der Nähe von Bauchi.