Sorge wegen Wetterverschlechterung
Das Heck des verunglückten Kreuzfahrtschiffs bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von sieben Millimetern pro Stunde. Der Bug verschiebt sich nach Angaben des Zivilschutzes um 15 Millimeter pro Stunde - für Bergungsarbeiten ist das zu gefährlich. Die Taucher mussten am Freitag vorübergehend pausieren. Dafür kam ein ferngesteuerter Unterwasserroboter zum Einsatz.
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Er untersucht das Wrack und wird auch bei der Suche nach den über 20 Vermissten eingesetzt. Dadurch kann der Einsatz trotz des sich verschlechternden Wetters fortgesetzt werden. Überprüft werden soll, ob das Schiff völlig sinken könnte.
An einem Teil des auf Grund gelaufenen Kreuzfahrtschiffes konnten am späten Freitagnachmittag die Rettungsarbeiten wieder aufgenommen werden. An der Seite, die aus dem Wasser herausrage, seien wieder Rettungskräfte auf der Suche nach den Vermissten im Einsatz, da sich das Schiff stabilisiert habe, teilte ein Sprecher der italienischen Marine mit. Die Arbeiten unter Wasser könnten Taucher indes nicht vor Samstag wieder aufnehmen.
Experten wollen Schiff befestigen
Die „Costa Concordia“ liegt auf einem Felsvorsprung, es wird befürchtet, dass der Luxusliner bis zu 70 Meter tief ins Wasser abrutschen könnte. Momentan liegt er bei 37 Metern. Nicht ausgeschlossen wurde, dass das Wrack an Felsen verankert werden könnte, so die Rettungsteams.

APA/EPA/Massimo Percossi
Experten messen, wie stark sich die „Costa Concordia“ bewegt
Damit wolle man das Sinken verhindern, sollten sich die Wetterbedingungen weiterhin verschlechtern, berichteten die toskanischen Behörden. Ein italienisches Architekturbüro hat bereits in einer Studie ausgerechnet, dass für die Befestigung an einem Felsen 21 Stahlseile mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern gebraucht würden.
Notstand ausgerufen
Die Regierung Monti rief am Freitagabend den Notstand in dem betroffenen Gebiet rund um die Insel Giglio aus. Dadurch sollen schnelle Hilfe ermöglicht und zusätzliche Geldmittel lockergemacht werden, sagte Umweltminister Corrado Clini nach einer Ministerratsitzung am Freitagabend in Rom. Clini warnte vor der Gefahr, dass das havarierte Schiff „Costa Concordia“ mit 2.400 Tonnen Treibstoff sinken könnte. Das Kabinett in Rom plane Maßnahmen, um große Schiffe von Naturschutzgebieten fernzuhalten. Überhaupt sollen Kreuzfahrtschiffe und Tanker aus dem Meeresschutzgebiet rund um die Inseln der Toskana und aus der Lagune von Venedig verbannt werden, so Clini.
Die Reederei Costa Crociere, der das Schiff gehört, hat ein spezielles Unternehmen mit der umweltschonenden Bergung beauftragt. Doch über Art und Zeitpunkt des Abtransports ist vieles noch unklar. Laut der italienischen Regierung kann das Ölabpumpen aus dem Wrack nicht beginnen, solange die Suche nach Vermissten noch im Gange ist.
Umweltschützer warnten, dass nicht nur Öl die Gewässer der Insel Giglio gefährden könne. Im Schiff befänden sich Müll, jede Menge chemische Produkte, Spül- und Waschmittel, die bereits zum Teil ins Wasser gelangt seien. „Die Verseuchung der Küste der Insel Giglio hat bereits begonnen“, sagte Jacopo Giliberto, Sprecher von Umweltminister Corrado Clini.
Sicherheit auch von außen überprüfen
Nach dem Unglück nimmt der US-Eigner Carnival unterdessen die Sicherheitsvorkehrungen auf allen seinen Kreuzfahrtschiffen unter die Lupe. „Diese Tragödie stellt die Sicherheits- und Notfallprozeduren unserer Firma infrage“, sagte Firmenchef Micky Arison am späten Donnerstag in Miami. Er beteuerte, die Bestimmungen in der Branche seien bereits hoch.
Die Überprüfung solle aber sicherstellen, „dass sich diese Art von Unglück nicht wiederholt“. Die Federführung bei der Überprüfung der Notfallrichtlinien übernimmt der ehemalige Navy-Kapitän James Hunn, der nach einer 32-jährigen Karriere in der US-Kriegsmarine bei der weltgrößten Kreuzfahrtreederei angeheuert hatte. Auch außenstehende Experten sollen einen Blick auf die Sicherheitsvorkehrungen werfen. Zu Carnival gehören mehr als 100 Schiffe, die unter eigenem und dem Namen diverser Tochtergesellschaften fahren, darunter der italienischen Reederei Costa Crociere.
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