„In höchstem Maße geschätzt“
Betroffenheit und würdigende Worte für Leben und Werk von Vaclav Havel haben am Sonntag die Reaktionen in Tschechien und im Ausland geprägt. Der tschechische Premier Petr Necas bezeichnete den Tod Vaclav Havels als „riesigen Verlust“. Er sei „menschlich sehr getroffen“.
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Der Ex-Präsident habe ein großes Ansehen genossen und verdiene seitens des Staates die höchsten Ehren. Havel sei eine Symbolfigur dafür, „was hier 1989 passierte“. Er habe sehr viel für die Tschechische Republik, für deren Übergang zur Demokratie und für deren Eingliederung in die EU-Strukturen getan, so Necas.
Auch die slowakische Ministerpräsidentin Iveta Radicova würdigte Havel, der von 1989 bis 1992 noch Präsident des gemeinsamen tschechoslowakischen Staates gewesen war. Radicova traf Havel noch vor wenigen Tagen in Prag. „Mit dem ihm eigenen Charme hat er uns gewünscht, dass wir inneres Gleichgewicht und Ruhe ausstrahlen sollten“, sagte Radicova.
Für den tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg hat Vaclav Havel dem tschechischen Volk seine Würde zurückgegeben. Havel sei eine „scheue Persönlichkeit“ gewesen, habe aber keine Angst gehabt, sich den Mächtigen zu stellen, sagte Schwarzenberg gegenüber der Nachrichtenagentur Mediafax. „Einer der größten Europäer und bestimmt auch der größte Tscheche ist gestorben. Er hat uns in der ganzen Welt berühmt gemacht“, so Schwarzenberg.
„Europa ist ärmer geworden“
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel würdigte den früheren tschechischen Präsidenten Vaclav Havel in einem Kondolenzschreiben als „großen Europäer“. „Sein Einsatz für Freiheit und Demokratie bleibt ebenso unvergessen wie seine große Menschlichkeit. Gerade auch wir Deutsche haben ihm viel zu verdanken“, schrieb Merkel nach Angaben des Bundespresseamtes an Havels Nachfolger Vaclav Klaus.
Der deutsche Altkanzler Helmut Kohl betonte, Havel sein ein „großer Mann, ohne den die Freiheit nicht möglich gewesen wäre“. Der frühere deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher betont in der „Bild“-Zeitung (Montag-Ausgabe), Europa sei „ärmer geworden“. „Sein Kampf galt nicht nur der Freiheit des tschechischen Volkes. Er trat für alle Unterdrückten ein. Er tat es mit Unbeugsamkeit, mit der Kraft seiner Überzeugung, mit der Macht des Wortes. So hat er die kommunistische Diktatur herausgefordert - friedlich“, so Genscher.
„Eine der mutigsten Stimmen“
Der schwedische Außenminister Carl Bildt würdigte den verstorbenen tschechischen Ex-Präsidenten in seinem Blog als „einen der größten Europäer unserer Zeit“. Bildt schrieb in unmittelbarer Reaktion auf die Todesnachricht in sein Onlinetagebuch: „Mit Vaclav Havel ist eine der wichtigsten, stärksten und mutigsten Stimmen des modernen Europas verstummt.“
Havel habe als einer der Mitbegründer der Form der Charta 77 eine neue Epoche in der Entwicklung Europas eingeleitet. Er sei innerhalb und außerhalb von Gefängnissen in den darauffolgenden Jahren „die vielleicht stärkste aller Stimmen hinter dem Eisernen Vorhang“ gewesen.
Fischer: „Tiefe Betroffenheit“
Bundespräsident Heinz Fischer zeigte sich tief betroffen und ehrte Havel ebenfalls als „großen Europäer“. Er sei Künstler und Politiker, Dissident und Staatsmann gewesen und habe „immer ein waches Gewissen“ gehabt. „Vaclav Havel ist in Österreich in höchstem Maße geschätzt und anerkannt worden“, betonte Fischer weiter.
Kanzler Werner Faymann (SPÖ) würdigte Havel als „Symbolfigur für ein friedliches, demokratisches und geeintes Europa“. Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) betonte, Havel habe „durch seine Courage“ seine Heimat aus dem Kommunismus geführt. Durch Havel sei Tschechien „innerhalb relativ kurzer Zeit zu einem wichtigen und stimmgewaltigen Mitglied der europäischen Union geworden“. Auch die Opposition FPÖ, Grüne und BZÖ zeigten sich tief betroffen und würdigten den verstorbenen Schriftsteller und Ex-Präsidenten.