Gewalt in Kairo: Soldat feuerte auf Demonstranten
Die ägyptischen Sicherheitskräfte sind heute erneut mit großer Härte gegen Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo vorgegangen. Soldaten mit Prügeln und Schusswaffen seien auf den zentralen Platz in der Hauptstadt vorgedrungen und hätten die Protestierenden geschlagen, berichtete der Sender al-Jazeera.
Der katarische TV-Sender zeigte auch Bilder, auf denen ein Soldat zu sehen war, der mit gezogener Waffe offenbar auf sich zurückziehende Demonstranten schoss. Bereits in den frühen Morgenstunden brachte der Videodienst der Nachrichtenagentur Reuters ähnliche Bilder.
Kämpfe um neue Mauer
Die Truppen lieferten sich mit der Protestbewegung Kämpfe um eine neu errichtete Betonmauer, die den Platz von einer wichtigen Zugangsstraße zum Parlament trennen soll. Der regierende Militärrat hatte in den vergangenen Wochen versucht, neue Proteste gegen seine Herrschaft und die Übergangsregierung von Kamal al-Gansuri zu unterbinden.
Video dazu in iptv.ORF.at
Wertvolle Bücher verbrannt
Bei den Ausschreitungen sind auch wertvolle Bücher und historisch bedeutende Originaldokumente verbrannt. Sie stammten zum Teil aus der Zeit der französischen Ägypten-Expedition unter Napoleon Bonaparte (1798-1801). Das teilten Behördenvertreter mit. Das Gebäude des Wissenschaftlichen Ägyptischen Instituts war nach Angaben lokaler Medien von Brandbomben getroffen worden.