Marokko verwies Schiffe aus EU seiner Gewässer

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Aus Verärgerung über eine Entscheidung des Europäischen Parlaments zur Fischereipolitik hat Marokko sämtliche Schiffe aus der Europäischen Union zum Verlassen seiner Hoheitsgewässer aufgefordert.

Die Maßnahme trete um Mitternacht in Kraft, teilte das Außenministerium in Rabat gestern Abend mit. Seitens der europäischen Fangflotte werde „keinerlei Fischereiaktivität“ mehr geduldet. Die Entscheidung des Europaparlaments sei eine „bedauerliche Entwicklung“.

Das EU-Parlament hatte gestern die Verlängerung eines Fischereiabkommens zwischen der EU und Marokko mit 326 gegen 296 Stimmen blockiert. Als Begründung gab das Parlament an, die Interessen der Bevölkerung der Westsahara müssten besser geschützt werden.

Die Westsahara wurde nach dem Abzug der spanischen Kolonialmacht 1975 zunächst zwischen Marokko und Mauretanien aufgeteilt. Die von Algerien unterstützte Befreiungsfront Polisario rief die unabhängige Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) aus. Marokko besetzte schließlich das gesamte Territorium, nachdem Mauretanien 1979 mit der DARS einen Friedensvertrag geschlossen und sich aus dem südlichen Teil zurückgezogen hatte.

Die Polisario nahm den bewaffneten Kampf auf, der 1991 mit einem von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand eingestellt wurde.