Themenüberblick

Wenn der Ski ein Bogerl macht

Das erste Weltcuprennen in Sölden markiert inoffiziell den Start in die Wintersaison. Auch wenn im Oktober nur wenige Pisten tatsächlich befahrbar sind, ist nun die Zeit für einen kritischen Blick auf die Skiausrüstung im Keller. In diesem Jahr warten wieder jede Menge neuer Trends und Technologien auf die Wintersportler. Doch nicht alles was gut und teuer ist, ist auch zwingend notwendig.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Kein Saisonstart ohne neue Jubelmeldungen aus den Skiabteilungen der großen Sportgeschäfte. Wer sich in diesem Herbst neue Ski leisten will, der wird um die „Rocker“-Technologie nicht herumkommen. Durch eine neue Bauweise, die von den Snowboardern übernommen wurde, wölbt sich der Ski wie ein Bogen nach oben. Dadurch verlagert sich der Kontaktpunkt zum Schnee zur Skimitte hin und macht das Fahren leichter und sicherer.

Skifahrer im Sprung

Fotolia/akiebler

Bunte Farben dominieren den heurigen Skiwinter

Rückkehr zum Wohlfühl-Skifahren

„Diese Ski sind vor allem für die Generation 50+ ideal, da weniger Kraftaufwand nötig ist und das Skifahren damit auch am Nachmittag noch Spaß macht“, erklärt Florian Grösswang, Geschäftsführer von Intersport Eybl. Überhaupt geht der Weg weg von den stark taillierten Carvern, wieder hin zu Allround- oder Allmountain-Modellen, die sichereres, aber auch bequemeres Fahren ermöglichen.

Eines der auffälligsten Modelle ist der wasserblaue Salomon BBR. Der Ski ist deutlich breiter und länger und erinnert ein wenig an Wasserski. Entwickelt wurde der Ski vom legendären Designer Bertrant Krafft, der sich nach eigenen Angaben von Surfern und Kitern inspirieren ließ. Und genau dieses Surfgefühl soll nun auf den Schnee übertragen werden. Bei den ersten Tests im heurigen Frühjahr zeigte sich auch eingefleischte Skiprofis überrascht vom Fahrgefühl. Für Geschwindigkeitsjunkies ist dieser Ski aber sicher nicht die richtige Wahl.

Preislich nach oben kein Limit

Wer regelmäßig Ski fährt, dem rät Grösswang alle zwei Jahre zu einem neuen Ski, schon alleine „weil es einfach mehr Spaß macht“. Die Kosten variieren dabei stark. Eine komplette Skiausrüstung bekommt man ab 250 Euro. Für die neue „Rocker“-Technologie muss man je nach Hersteller zwischen 300 und 700 Euro für ein Paar Ski kalkulieren. Wer es ganz exklusiv will, der kann bei Luxusmarken wie Zai oder Volant auch mehrere Tausend Euro für seine Ski hinblättern.

Schwieriger Vergleich

Ein objektiver Preisvergleich ist schwierig. Fast jeder Hersteller hat 40 bis 60 Modelle im Programm, unterteilt in sechs bis zehn Gruppen. Bei den einzelnen Sporthändlern findet man aus Platzgründen nur einen Bruchteil des Angebots und selten überall die gleichen Modelle. Allgemeingültige Preislisten werden von den Herstellern nicht vorgelegt, kritisiert der Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Qualitativ liegen die einzelne Modelle in der gehobeneren Preisklasse (um die 500 Euro mit Bindung) eng beieinander. Bei einem VKI-Skitest unter Allround-Modellen wurde 2010 mit Dynastar nur ein Hersteller mit „durchschnittlich“ bewertet. Der Preis alleine garantierte jedoch keine Topplatzierung. So erreichten Völkl und Salomon mit ihren rund 500 Euro teuren Ski (mit Bindung) im vergangenen Jahre mehr Punkte als der mit 699 Euro (ohne Bindung) deutlich teurere Stöckli.

Winterstiefel

The North Face

Modisch wird der Winter bunt

Neonfarben und Fellkrägen sind zurück

Ähnliche Preisspannen finden sich bei der Bekleidung. Auch hier fängt die qualitativ hochwertigere Ausstattung bei 100 Euro an und hört jenseits der 1.000-Euro-Marke wieder auf. Wobei die Jacken und Hosen immer öfter prominente Namen tragen. Neben der bereits etablierten Marke des ehemaligen Skistars Lasse Kjus fungieren auch Kalle Palander und Tanja Poutiainen als Ideengeber für Halti. Und seit heuer designt auch Hermann Maier in Zusammenarbeit mit Seven Summits Skimode.

Während die Modeentwürfe der Skistars eher schlicht ausfallen, dominieren heuer die 80er Jahre die Skipisten - inklusive Neonfarben, bunter Muster und Fellkrägen. Von den Farben her ist alles erlaubt, was kräftig und bunt ist. Vor allem die schwarzen Hosen haben ausgedient. „In diesem Jahr wird auch einmal das schwarze Oberteil zur grünen Hose kombiniert“, erklärt Gigasport-Geschäftsführer Alois Loidl. Wobei Grün überhaupt die Trendfarbe des Winters ist.

Tourengeher rüsten modisch auf

Nicht weniger modisch und deutlich bunter zeigt sich auch der boomende Trendsport Tourengehen. Wobei hier aber immer noch die Funktionalität im Vordergrund steht. Die für Skitouren entwickelten extra leichten und wasserdichten Daunenjacken haben mittlerweile auch den Sprung in die Freizeitmode geschafft. „Auch die Tourenski sind mittlerweile optisch jünger“, erklärte Loidl. Preislich können Tourenausrüstung mit Skisets durchaus mithalten.

Sicher durch den Tiefschnee

Dazu kommen noch die höheren Investitionen in Sicherheitsequipment. Vor allem der neue Trend des Freeridens, wobei der Aufstieg meist kürzer ist und dafür mehrere Abfahrten bewältigt werden, stellt hohe Anforderungen im Bereich Lawinenschutz. Airback-Rucksäcke sollen helfen, im Ernstfall auf der Oberfläche der Lawine zu bleiben. Wer immer erreichbar sein will, dem bieten die neuesten Navigationsgeräte eine weltweite Nachrichtenübermittlung. Doch Sicherheit hat seinen Preis. Der Airbag (unter anderem von Mammut) kostet rund 600 Euro, der Global Finder Iridium von Pieps kommt auf 700 Euro.

Mit warmen Füßen über den Schnee

Ein weiterer Wintersporttrend, der sich ebenfalls wachsender Beliebtheit erfreut, aber deutlich weniger Investitionen erfordert, ist das Schneeschuhwandern. Hier reichen normale Winterkleidung, Wanderschuhe, Stöcke und eben Schneeschuhe. In schneereichen Wintern verzeichnen die Sportgeschäfte hier Zuwächse von bis zu 30 Prozent. Und natürlich gibt es auch hier Neuerungen. Wer zwar die Nähe zur Natur sucht, dabei aber nicht frieren will, der kann sich Schneeschuhe mit integrierter Heizung kaufen.

Links: